Der Abbau einer 70 Jahre alten 30-Kilovolt-Freileitung am Möhnesee ist nun abgeschlossen. Dieses beliebte Ausflugsziel in Nordrhein-Westfalen (NRW) erfreut sich durch die Maßnahme nicht nur einer verbesserten Aussicht, sondern bietet auch einen wichtigen Beitrag zum Vogelschutz. Der Rückbau der Freileitung wurde Ende Februar 2025 von der Westnetz GmbH mit Unterstützung der Lister- und Lennekraftwerke GmbH (LLK) durchgeführt und dauerte lediglich zwei Tage.
Die Freileitung, die seit den 1950er Jahren in Betrieb war und zeitgleich mit dem neuen Hauptkraftwerk der Möhnetalsperre in Betrieb genommen wurde, stellte ein Risiko für die Vogelwelt dar. Vögel können an solchen Leitungen verletzen oder durch Stromschläge ums Leben kommen, was die Notwendigkeit des Rückbaus unterstreicht. Die Westnetz GmbH realisierte den Abbau mithilfe eines Mobilkrans und profitiert von zuvor verlegten redundanten Stromkabelsträngen, die bereits 2024 südlich des Ausgleichsweihers installiert wurden.
Vorteile für Natur und Besucher
Die Maßnahme verbessert nicht nur die Sicht auf den Ausgleichsweiher, sondern trägt auch zu einer Regulierung unregelmäßiger Wasserabflüsse aus Kraftwerken oder Stauanlagen bei. Letztlich hat der Abbau der Freileitung positive Auswirkungen auf das Naturerlebnis der Besucher. Durch die neuen Kabel und die Reduzierung von Stromleitungen wird das Gelände sicherer für die Vogelpopulation.
Die Bedeutung des Vogelschutzes wird durch die häufigen Gefahren von Kollisionen mit Stromleitungen deutlich. Diese sind eine häufige anthropogen verursachte Gefährdung für Vögel. Um die Sicherheit der Vogelwelt weiter zu erhöhen, könnten auch Vogelschutzmarker an zukünftigen Freileitungen installiert werden. Diese farblich markierten Bauteile helfen, das Anflug- und Tötungsrisiko für Vögel signifikant zu reduzieren, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in seinen Publikationen erwähnt.
Historischer Hintergrund
Das ursprüngliche Kraftwerk an der Möhnetalsperre wurde 1943 bei der furchtbaren Möhne-Katastrophe zerstört, der Wiederaufbau fand in den 1950er Jahren statt. Heute liegt das Hauptkraftwerk 250 Meter unterhalb der Sperrmauer und bleibt als zentrales Element der Infrastruktur am Möhnesee erhalten.
Der erfolgreiche Abbau der Freileitung und die Installation neuer Kabel verdeutlichen das Engagement für eine moderne und umweltfreundliche Energieversorgung, die gleichzeitig die landschaftliche Schönheit dieser Region bewahrt und den Schutz der tierischen Mitbewohner ernst nimmt.