Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die israelische Armee wegen einer „systematischen Zerlegung“ des Gesundheitssystems im Gazastreifen scharf kritisiert. Die WHO bezeichnete diese Vorgehensweise als „Todesurteil“ für Zehntausende Palästinenser, die dringend auf medizinische Versorgung angewiesen sind. Im Rahmen dieser Entwicklungen wurde das Kamal-Adwan-Krankenhaus, die letzte größere Gesundheitseinrichtung im Norden des Gazastreifens, durch einen Einsatz der israelischen Armee außer Betrieb gesetzt. Berichten zufolge sind mehrere wichtige Abteilungen des Krankenhauses durch einen Brand zerstört worden.

In dem Krankenhaus befanden sich noch 60 Mitarbeiter und 25 Patienten, die sich in kritischem Zustand befanden, darunter auch Patienten, die auf Beatmungsgeräte angewiesen waren. Alle anderen Patienten mussten in das nicht mehr funktionsfähige Indonesische Krankenhaus verlegt werden. Die israelische Armee rechtfertigte ihren Einsatz im Kamal-Adwan-Krankenhaus damit, dass es als Hochburg der Hamas-Terroristen angesehen werde. Israel behauptet, das Krankenhaus würde von der Hamas für militärische Zwecke und als Versteck missbraucht. Gleichzeitig betonte die israelische Armee, dass Zivilisten, Patienten und Mitarbeiter der Klinik geschont werden sollten und dass die Evakuierungen in Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsbehörden und internationalen Organisationen durchgeführt wurden, wie Radio Euskirchen berichtete.

Folgen des Einsatzes im Kamal-Adwan-Krankenhaus

Die Evakuierung des Kamal-Adwan-Krankenhauses erfolgte nach Berichten über Dutzende von Todesfällen durch israelische Luftangriffe in der Umgebung. Am Freitag gab das Militär der Krankenhausverwaltung nur 15 Minuten Zeit, um Patienten und Mitarbeiter zu evakuieren. Daraufhin drangen israelische Truppen in das Krankenhaus ein, um die verbliebenen Patienten zu entfernen. Ein Bed concernte Dr. Eid Sabbah äußerte Bedenken um die Sicherheit von Intensivpatienten, die auf Beatmungsmaschinen angewiesen sind, während der Evakuierung. Etwa 50 Personen, darunter fünf medizinische Mitarbeiter, wurden in jüngsten israelischen Luftangriffen in der Nähe des Krankenhauses getötet. Laut Aussagen des Dr. Hussam Abu Safiya wurde ein Gebäude gegenüber dem Krankenhaus angegriffen, was den Tod eines Kinderarztes, eines Labortechnikers sowie deren Familien zur Folge hatte, wie BBC berichtete.

Die UN berichtete über eine „nahezu vollständige Belagerung“ der Region, die schwere Einschränkungen bei Hilfslieferungen zur Folge hat und schätzt, dass zwischen 10.000 und 15.000 Menschen betroffen sind. Die Krankenhausverwaltung hat Schutz wegen der regelmäßigen Angriffe durch israelisches Artilleriefeuer gefordert. Oxfam berichtete, dass Versuche zur Lieferung von Hilfsgütern aufgrund von „absichtlichen Verzögerungen und systematischen Behinderungen“ durch das israelische Militär erfolglos geblieben sind.