Im Rahmen der Reihe „Ortsteile auf Platt“, die im Januar 2020 von der Schleidener Bürgerstiftung ins Leben gerufen wurde, wurden insgesamt 18 Ortsporträts erstellt. Diese interessante Initiative endete im Februar 2023 mit der Vorstellung des Ortes Wolfgarten. Die vollständigen Berichte sind nun in einem gebundenen Heft zusammengefasst, das 140 Seiten umfasst und in einer Auflage von 2000 Exemplaren veröffentlicht wurde. Das Heft ist im Vorzimmer des Bürgermeisters und des Ersten Beigeordneten erhältlich und kann montags bis freitags von 7.45 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr abgeholt werden.

Die Idee zu dieser Reihe stammt von Marcel Wolter, dem Beigeordneten der Stadt und stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerstiftung. Unterstützung erhielt er von Nicole Gutmann, die für das Schleidener Stadtarchiv arbeitet und Informationen für die Texte bereitstellte. Die Texte wurden von Autor Manni Lang verfasst und umfassen sowohl geschichtliche Abrisse als auch Anekdoten zu den jeweiligen Dörfern. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung einer Mischsprache, die Hochdeutsch und Platt miteinander kombiniert. Die dazugehörigen Audiofiles sind auf der Website der Bürgerstiftung Schleiden abrufbar, die im Studio von Ralf Kramp aufgenommen wurden.

Inhalt und Gestaltung der Ortsporträts

Bernd Kehren hat für jedes Porträt typische Gebäude oder Merkmale der jeweiligen Ortschaften gezeichnet. Das Layout des Heftes wurde von Kerstin Wielspütz gestaltet. Die Reihe kam in den meisten der beteiligten Orte gut an, allerdings gab es vonseiten der Vertreter aus Dreiborn und Berescheid Unzufriedenheit bezüglich der Mundartdarstellung. Diese Thematik wird auch in einer speziellen Seite des neuen Heftes behandelt, die die Unterschiede zwischen Hochdeutsch sowie Berescheider und Dreiborner Platt thematisiert. Wolter beschreibt das Heft als ein Geschenk für jene Bürger, die sich für ihre Heimat und die einheimische Mundart interessieren.

Das gesamte Projekt verfolgt, wie ksta.de berichtet, eine humorvolle und faktisch korrekte Darstellung der einzelnen Dörfer, und ist in einer zweisprachigen Form (Hochdeutsch und Dialekt) konzipiert. Die Bürgerstiftung von Stadt Schleiden stellte somit nicht nur die einzelnen Ortsteile vor, sondern zeichnete auch ein lebendiges Bild der sprachlichen und kulturellen Vielfalt des Stadtgebiets.

Der erste Bericht in der Reihe konzentrierte sich auf das 200-Seelen-Dorf Berescheid, das aufgrund seiner alphabetischen Stellung an erster Stelle steht. In den Texten wird häufig die Termini „Hallef unn hallef“, was eine Mischung aus Hochdeutsch und Dialekt bedeutet, sowie „Huhdütsch mött Knubbele“, welches den Dialekt als „Hochdeutsch mit Unebenheiten“ beschreibt, verwendet. Die Projekte, die von schleiden.de angekündigt wurden, tragen dazu bei, das lokale Erbe zu pflegen und das Interesse an der regionalen Mundart zu fördern.