In einem bedeutenden Schritt in der kurdischen Politik wird ein Treffen zwischen Abdullah Öcalan, dem inhaftierten Anführer der PKK, und prokurdischen Parteifunktionären erwartet. Dies ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass ein solches Treffen stattfinden könnte. Die Abgeordneten Sirri Süreyya Önder und Pervin Buldan bereiten sich auf Gespräche mit Öcalan im Gefängnis auf der Insel Imrali vor, wie Radio Euskirchen berichtete.

Das bereits genehmigte Treffen ist für Samstag oder Sonntag geplant, wobei die Durchführung von den Wetterbedingungen abhängt. Die türkische Justiz hat den Abgeordneten den Besuch bei Öcalan erlaubt. Öcalan sitzt seit 1999 in Haft, und die PKK führt seit den 1980er Jahren einen bewaffneten Konflikt gegen den türkischen Staat, der von Ankara sowie der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird.

Vorbemerkungen zu den Gesprächen

Sirri Süreyya Önder hatte Öcalan in der Vergangenheit im Rahmen von Aussöhnungsbemühungen besucht. Der letzte Friedensversuch zwischen der türkischen Regierung und der PKK scheiterte 2015. Im Oktober 2023 durfte Öcalan seinen Neffen Ömer, ebenfalls Abgeordneter der Dem-Partei, empfangen, wobei das Treffen mehr familiär als politisch war.

Das bevorstehende Treffen folgt auf Äußerungen der MHP, einer Partnerpartei der Regierung, die eine mögliche Freilassung Öcalans thematisierten, falls die PKK die Waffen niederlegt. Auch die Zeit berichtet, dass Beobachter dies als potenzielles Zeichen für den Beginn eines neuen Friedensprozesses betrachten. Devlet Bahceli, der Chef der MHP, hatte zuvor vorgeschlagen, dass Öcalan im Parlament die PKK auflösen und auf Gewalt verzichten solle, und dieses Angebot wurde von Präsident Recep Tayyip Erdoğan unterstützt.