Die Nasa-Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams haben ihre Rückreise von der Internationalen Raumstation (ISS) angetreten. Der Abflug erfolgte am Dienstag, als Wilmore und Williams gemeinsam mit zwei weiteren Astronauten an Bord einer SpaceX-Kapsel starteten. Die Kapsel dockte vor Sonnenaufgang ab und landete am frühen Abend – sofern das Wetter es zuließ – vor der Küste Floridas. Ursprünglich war ein Aufenthalt von nur einer Woche im All geplant, jedoch verlängerte er sich aufgrund technischer Probleme auf neun Monate.

Die Nasa entschied, die Starliner-Kapsel von Boeing ohne Besatzung zur Erde zurückzuschicken und die Testpiloten an SpaceX zu übergeben. Dies erfolgte nach einem vorausgegangenen Treffen von Nasa- und SpaceX-Experten, die die Wetterbedingungen für den Rückflug analysierten. Der Abflug wurde schließlich aufgrund der unsicheren Wettervorhersage vorgezogen, nachdem eine Ersatzmannschaft am Sonntag ankam.

Langfristiger Aufenthalt auf der ISS

Während ihres Aufenthalts führten Wilmore und Williams zahlreiche Experimente durch, reparierten Geräte und unternahmen Außeneinsätze. Besonders hervorzuheben ist, dass Williams mit 62 Stunden bei neun Außeneinsätzen einen Rekord aufstellte für die längste Zeit, die eine Astronautin außerhalb einer Kapsel oder Station verbrachte. Zudem übernahm sie drei Monate nach Beginn ihres Aufenthalts die Rolle der Kommandantin der ISS.

In den vergangenen Monaten gab es auch politische Entwicklungen, die Einfluss auf die Rückkehr der Astronauten hatten. US-Präsident Donald Trump bat Elon Musk, die Rückkehr zu beschleunigen, und machte die Biden-Regierung für den verlängerten Aufenthalt verantwortlich. Um die Rückkehr zu ermöglichen, tauschte SpaceX die nicht flugbereite neue Kapsel gegen eine gebrauchte aus, was die Rückkehr um einige Wochen vorverlegte.

Persönliche Auswirkungen und der Rückflug

Wilmore und Williams äußerten jedoch keine Schuldzuweisungen und unterstützten die Entscheidungen der Nasa. Beide betonten, dass sie mit dem längeren Aufenthalt einverstanden waren. Für Wilmore war es besonders schwer, da er den Großteil des letzten Schuljahres seiner jüngeren Tochter verpasste. Auch Williams hatte nur per Anruf Kontakt zu ihrer Mutter.

Ein Wiedersehen mit den Angehörigen der Astronauten ist nach der Landung und dem Verlassen des SpaceX-Bergungsschiffs in Houston geplant. Die Kapsel, die Wilmore und Williams zur Erde brachte, hatte am Sonntag um 5.04 Uhr MEZ an der ISS angedockt und gehörte zur neuen Besatzung „Crew 10“, die die „Crew 9“ ablöst. Zwei weitere Astronauten, die drei Monate kürzer auf der ISS waren, reisten ebenfalls mit zurück.

Remszeitung berichtet, dass die astronautische Rückkehr ein wichtiges Ereignis darstellt, insbesondere vor dem Hintergrund der ursprünglichen Planungen und der unvorhergesehenen Entwicklung der Mission. ZDF ergänzt, dass der Rückflug aufgrund unterschiedlicher Faktoren in erheblichem Maße kompliziert war. Laut Süddeutsche.de wird die gesamte Mission von den Erfahrungen der Astronauten geprägt sein, die trotz der Herausforderungen erfolgreich zusammengearbeitet haben.