Im Freiburger Dom kam es am Heiligabend zu einem Eklat während der Christmette. Erzbischof Stephan Burger musste den Gottesdienst unterbrechen, nachdem Proteste gegen die Entlassung des langjährigen Domkapellmeisters Boris Böhmann die Feierlichkeiten störten. Nach einem Auftritt der Domsingknaben boten einige Besucher einen minutenlangen Applaus dar, und aus der Menge hörten sich Protestrufe. Die Übertragung des katholischen Fernsehens k-tv wurde abrupt abgebrochen, begleitet von der Erklärung, dass eine „mutwillige Störung“ die Fortsetzung unmöglich machte. Diese Situation ist kein Zufall, sondern die direkte Folge der Kündigung Böhmanns, die für großen Unmut sorgt, wie Radio Ennepe Ruhr berichtet.
Die Domsingknaben und vier weitere Domchöre haben sich entschieden, gegen die Kündigung zu protestieren. Böhmann, der seit 2003 an der Spitze des Chores steht, sieht sich mit massiven Widerständen konfrontiert. In einem offenen Brief an Erzbischof Burger forderten die Chöre, die Kündigung zurückzunehmen und kritisierten den entstandenen Schaden für die Domsingschule und die Kirche. Viele junge Sängerinnen und Sänger betrachten Böhmann als Vaterfigur und zeigten sich entsetzt über die Entscheidung. Der Sprecher der Erzdiözese, Marc Mudrak, gab an, dass die Kündigung nicht aus Gründen von Missbrauch oder unangemessenem Verhalten erfolgte, sondern auf jahrelange Konflikte innerhalb der Domsingschule zurückzuführen sei, wie SWR berichtete.
Die Auseinandersetzung um Boris Böhmann zieht nun weite Kreise. Eltern der Domsingknaben haben angekündigt, einen Protestbrief an die Deutsche Bischofskonferenz und den Vatikan zu schicken, da sie an der Integrität des Chorleiters nicht zweifeln. Der Konflikt ist nicht nur ein persönliches Drama, sondern wirft auch die Frage auf, wie solch gravierende Entscheidungen innerhalb der Kirche getroffen werden und welche Konsequenzen sie für die Beteiligten haben. Die Unsicherheit und das Unbehagen unter den Sängerinnen und Sängern sind deutlich und fordern ein schnelles Handeln der Erzdiözese.