Die Stadt Dortmund verstärkt ihre Anstrengungen, um den Hochwasserschutz zu verbessern und den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Ein jüngster Bericht von Ruhr24 informiert über die geplanten Bauvorhaben, darunter der Aufbau weiterer Hochwasserrückhaltebecken. Diese Maßnahmen sind besonders relevant, nachdem Starkregenereignisse in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen zugenommen haben. Insbesondere die unvergessliche Starkregen-Katastrophe im Juli 2021 hat die Dringlichkeit solcher Projekte verdeutlicht.
Der Phoenix See in Hörde hat sich bereits als wesentlicher Bestandteil des Hochwasserschutzes der Stadt etabliert. Mit einer Fläche von 24 Hektar und einem Fassungsvermögen von 600.000 Kubikmetern spielt er eine zentrale Rolle in der Wasserbewirtschaftung. Im Falle eines Hochwassers kann der Phoenix See sogar bis zu 835.000 Kubikmeter Wasser fassen, was ihn zu einem entscheidenden Element im städtischen Hochwasserschutz macht. EGLV hebt hervor, dass die Stadtentwicklung zunehmend den Herausforderungen durch den Klimawandel angepasst werden muss.
Neues Maßnahmenpaket im Blick
In Zusammenarbeit mit der Emschergenossenschaft und dem Lippeverband entwickelt Dortmund ein Hochwasserschutzmaßnahmenpaket im Wert von 50 Millionen Euro. Dieses Paket soll über einen Zeitraum von zehn Jahren umgesetzt werden, wobei das Land Nordrhein-Westfalen mögliche finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Identifizierung von Überflutungsflächen, die Prüfung der Durchlässigkeit von Kanälen sowie der Bau von Deichen und Dämmen.
Prof. Dr. Uli Paetzel von der Emschergenossenschaft weist darauf hin, dass es von größter Wichtigkeit ist, die Stadtplanung mit wasserwirtschaftlichen Aspekten zu verzahnen. Der Fokus liegt auf der Stärkung des natürlichen Wasserkreislaufs und der Nutzung von Regenwasser. Es wird das Schwammstadt-Prinzip propagiert, das auch in einer neuen Studie zum Starkregenmanagement hervorgehoben wird, die von Prof. Theo G. Schmitt im Auftrag der Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V. (BDB) erstellt wurde. Diese Studie, die am 13. Mai 2024 vorgestellt wurde, befasst sich mit der Notwendigkeit, Handlungsstrategien für Klimarisiken zu entwickeln und stellt die Bedeutung von blau-grünen Infrastrukturen heraus.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen durch den Klimawandel werden auch in Form von Dürreperioden und Extremhitze zunehmen, was die Stadt Dortmund vor zusätzliche Aufgaben stellt. Um diesen Risiken zu begegnen, sind umfassende Klimarisikoanalysen und eine koordinierte Planung unerlässlich. Laut der Erkenntnisse der beiden Initiativen sollen bis 2030 insgesamt 250 Millionen Euro investiert werden, um 25 % der befestigten Flächen abzukoppeln und die Verdunstungsrate um 10 % zu steigern.
Langfristige Strategien und die kontinuierliche Zusammenarbeit von Stadtplanung und Wasserwirtschaft sind entscheidende Faktoren, um Dortmund auf die Wetterextreme der kommenden Jahre besser vorzubereiten. Der Phoenix See bleibt dabei ein Paradebeispiel für erfolgreiche wasserwirtschaftliche Projekte, die nicht nur dem Hochwasserschutz dienen, sondern auch als lebendiger Bestandteil der Stadtentwicklung fungieren.
Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und geplanten Maßnahmen bieten die Webseiten von Ruhr24, EGLV sowie die Studienergebnisse zur klimasensitiven Stadtplanung von RPTU.