Die israelische Armee hat erneut massive Angriffe auf den Gazastreifen gestartet. Laut Welt wurden seit gestern mindestens 35 Luftangriffe ausgeführt, die unter anderem die Städte Deir Al-Balah, Gaza-Stadt, Khan Younis und Rafah trafen. Dies geschieht in Übereinstimmung mit der Anweisung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der das Militär ermächtigt hat, die Hamas zu attackieren. Die Angriffe sind eine direkte Reaktion auf die Weigerung der Hamas, Geiseln freizulassen und Vorschläge zur Verlängerung einer Waffenruhe abzulehnen.
Die erst im Januar 2023 vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist seither nicht verlängert worden. Ein Sprecher der Hamas hat die aktuellen Angriffe als einseitige Beendigung des Waffenruheabkommens durch Israel bezeichnet. Berichten zufolge wurden mindestens 80 Palästinenser, darunter viele Kinder, bei diesen Angriffen getötet, wie der zivile palästinensische Rettungsdienst meldet.
Humanitäre Situation in Gaza
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist nach Angaben von Amnesty International katastrophal. Agnès Callamard betont, dass die Menschen unter prekären Bedingungen in provisorischen Zelten leben, ohne Zugang zu Nahrung, Wasser oder grundlegenden Versorgungen. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Jahr 2023 sind mehr als 44.000 Menschen in Gaza, darunter über 17.000 Kinder, infolge israelischer Angriffe getötet worden.
Callamard fordert die internationale Gemeinschaft auf, Israel zur sofortigen Zulassung humanitärer Hilfe für den Gazastreifen zu drängen. Zudem wird gefordert, die illegale Blockade des Gebiets aufzuheben und den Zugang unabhängiger Menschenrechtsbeobachter zu ermöglichen. In der Vergangenheit hat Israel wiederholt besorgt auf die Taten der Hamas reagiert, die mit dem Angriff auf Zivilisten in Israel am 7. Oktober 2023, bei dem nahezu 1.200 Menschen getötet wurden, begann.
Künftige Verhandlungen und geopolitische Entwicklungen
Im Rahmen anhaltender Gespräche zur Erleichterung der humanitären Situation in Gaza sind weitere Dialoge zwischen Israel und der Hamas in Doha geplant. Die US-Regierung hat unter Leitung von Steve Witkoff einen Vorschlag zur Verlängerung der Waffenruhe bis Mitte April 2025 unterbreitet. Laut dem Plan sollten Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge freigelassen werden.
Ein Vertreter der Hamas erklärte jedoch, dass die US-Regierung der Gruppe Verzögerungstaktiken vorwerfe, während die Verhandlungen fortschreiten. Die Spannungen zwischen Israel und der Hamas sind durch eine Vielzahl von geopolitischen Einflussfaktoren und die Reaktion anderer arabischer Staaten, die ein umfassendes Wiederaufbauprogramm für Gaza entwerfen, kompliziert. In Kairo wurde ein Plan präsentiert, bei dem auch langfristige Investitionen in die Infrastruktur des Gazastreifens vorgesehen sind.
Wie lpb-bw.de berichtet, lehnt Israel diese Pläne jedoch ab, während die Hamas sie begrüßt. Die anhaltenden Angriffe, die völkerrechtlich als schwerwiegende Verletzungen gelten, werfen ernsthafte Fragen zur Zukunft der Region auf. Es bleibt zu hoffen, dass bald wieder Frieden und die Wiederherstellung des menschlichen Lebens in Gaza möglich werden.