Der Winter 1962/63 gilt als der kälteste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Vor 60 Jahren erlebte Dortmund extreme Temperaturen, die viele Deutsche bis heute in Erinnerung haben. Nach einem relativ kühlen Sommer folgten im November die ersten Frostphasen und im Dezember stellte sich anhaltender Frost ein. Diese Veränderungen wurden durch kalte Luftmassen aus Osteuropa verstärkt, die zu zweistelligen Minusgraden in zahlreichen Regionen führten.
Besonders betroffen war der Bodensee, der Tageshöchstwerte von -10 Grad und nächtliche Tiefstwerte von bis zu -20 Grad verzeichnete. Im Februar 1963 fror der Bodensee komplett zu. Auch der Rhein bei Köln bildete eine geschlossene Eissicht, ein seltenes Ereignis, das die Menschen damals in Staunen versetzte.
Rekordwerte und Unannehmlichkeiten
In Nordrhein-Westfalen hatte der Winter 1962/63 eine Mitteltemperatur von -4 Grad Celsius, während das Ruhrgebiet mit 50 Eistagen, einem bis heute unerreichten Rekord, aufwarten konnte. Insgesamt wurden 63 Schneetage gemessen, wobei Dortmund eine Schneedecke von etwa 20 cm erlebte. Dies macht den Winter 1962/63 zum kältesten Winter des 20. Jahrhunderts in Deutschland, gefolgt von den Jahren 1939/40 und 1946/47, die jeweils eine Mitteltemperatur von -3 Grad aufwiesen.
Zusätzlich zu den extremen Temperaturschwankungen kam es zu meterhohen Schneeverwehungen, die Straßen und Bahnstrecken blockierten. Ein Sturmtief Mitte Dezember sorgte trotz vorübergehendem Tauwetter für weitere niedrige Temperaturen. Weihnachten 1962 fiel in strengen Frost, das Land war in eine weiße Decke gehüllt, und auch der Jahreswechsel war kalt und schneereich.
Die Kältephase und ihre Auswirkungen
In den ersten Januarwochen versuchten atlantische Tiefs, milde Luft ins Land zu bringen. Diese Bemühungen führten jedoch lediglich zu Schnee, gefrierendem Regen und etwas Tauwetter. Am 7. Januar 1963 drehte der Wind erneut auf Nordost und brachte eine neue Kältewelle, die bis Anfang März anhielt. Erst mit steigenden Temperaturen und milder Atlantikluft nach und nach wurde der Winter überwunden.
Der Winter 1962/63 ist nicht nur aufgrund der kältesten Mitteltemperatur von -5,48 Grad bemerkenswert, sondern auch, weil er eine grundlegende Veränderung im Klimaverhalten verdeutlicht. Heutige Prognosen deuten darauf hin, dass aufgrund der globalen Erwärmung milderere Winter die Regel werden könnten, obwohl Kälteeinbrüche weiterhin möglich sind. Der letzte kalte Winter in NRW wurde 1995/96 mit -0,8 Grad Celsius verzeichnet. Diese Entwicklung lässt die Menschen heutzutage jedoch hoffen, dass solche extremen Bedingungen in Zukunft selten bleiben.
Die Geschichte des Winters 1962/63 bleibt ein eindrucksvolles Beispiel für das, was extreme Winter mit sich bringen können. Um die kalten Monate zu überstehen, müssen sich Menschen heute wie damals auf unvorhersehbare Witterungsbedingungen einstellen. Die Erinnerungen an diese frostige Zeit bleiben lebendig, während gleichzeitig die Diskussionen über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf zukünftige Winter weitergehen.
Für weitere Informationen zu diesem historischen Winter können Sie die Berichte von Ruhr24, Wetteronline und Wetter.com konsultieren.