Am 31. Januar 2025, um 19:30 Uhr, feiert die Inszenierung von Erich Kästners Roman „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ ihre Premiere in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum. Die Aufführung, unter der Regie von Thomas Dannemann, bringt die turbulente Atmosphäre des Berlins der frühen 1930er Jahre auf die Bühne. Der Protagonist Fabian, ein Anfang 30-jähriger Kriegsrückkehrer und Arbeit suchender Werbetexter, stellt sich gemeinsam mit seinem besten Freund Labude und seiner Geliebten Cornelia den Herausforderungen einer aufbrechenden politischen Realität.
Die Handlung spielt in einer Zeit zwischen Liberalität und aufsteigendem Nationalsozialismus. Die Studierenden der Folkwang Universität, angeführt von Franka Forkel, Klara Günther, Leander Hesse, Florian Kreßer und anderen, verkörpern die Charaktere dieser bewegten Epoche. Durch die langjährige Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum erhalten die Studierenden die Möglichkeit, wertvolle Bühnenpraxis zu sammeln, die für ihre künstlerische Entwicklung unerlässlich ist.
Gesellschaftliche Verhältnisse und Kästners Leben
Der gesellschaftliche Kontext, in dem die Figuren agieren, ist geprägt von einem übersprudelnden Nachtleben und prekären sozialen Verhältnissen. Diese Realität spiegelt auch die Erlebnisse von Erich Kästner wider, der als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts gilt. Während der Zeit des Nationalsozialismus blieb Kästner in Deutschland, was ihm die Teilnahme an den historischen Ereignissen des Dritten Reichs ermöglichte, obwohl er ein komplexes Verhältnis zu dieser Epoche hatte. Laut der NZZ war Kästner während des Zweiten Weltkriegs nie von einem Schreibverbot betroffen und konnte sich, trotz der politischen Repressionen, weiterhin literarisch betätigen.
Die 1933 im Zuge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verhängten Publikationsverbote und die berühmten Bücherverbrennungen belasteten Kästners Schaffensprozess, aber er blieb im Land, auch aus persönlicher Verbundenheit zu seiner Mutter und dem Wunsch, über die Geschehnisse zu schreiben. Dennoch stellte er fest, dass er sich einer inneren Beteiligung an den Geschehnissen des Regimes weitestgehend entzog. Dies sorgte in der Nachkriegszeit für Spannungen, insbesondere gegenüber denjenigen, die ins Exil gingen, was von der Erich Kästner Gesellschaft behandelt wird.
Premiere und weitere Vorstellungen
Die Premiere des Stücks erfolgt im Rahmen einer Reihe von Vorstellungen, die auf den 1., 16. und 19. Februar sowie den 15., 26., und 29. März 2025 datiert sind. Diese Inszenierung bietet nicht nur einen Rückblick auf das Werk Kästners, sondern thematisiert auch universelle menschliche Konflikte, die in jeder Zeit relevant bleiben. Ticketinformationen sind erhältlich unter 0234_3333 5555, per E-Mail an tickets(at)schauspielhausbochum.de sowie online auf www.schauspielhausbochum.de.
Zusammenfassend ist „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ nicht nur eine Rezension von Kästners literarischem Werk, sondern ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Herausforderungen, die auch heute noch relevant sind. In einem globalen Kontext der politischen Unsicherheiten und sozialen Spannungen bleibt die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Literatur von Bedeutung.