Ein aufsehenerregender Strafprozess gegen eine Autoschieberbande hat am vergangenen Mittwoch am Düsseldorfer Landgericht begonnen. Sechs Männer im Alter von 24 bis 54 Jahren aus Ratingen, Emmerich und Aachen stehen unter dem Vorwurf, durch gefälschte Unterlagen Luxusautos im Gesamtwert von 2,5 Millionen Euro ergaunert zu haben. Dies berichtet Tag24.
Zwischen Juli 2023 und Februar 2024 schloss die Bande Leasingverträge für hochpreisige Fahrzeuge wie Mercedes, Maybach, Porsche und Audi ab und verkaufte diese anschließend im Ausland. Die Angeklagten sollen bundesweit 27 Luxusautos ergaunert haben, unter anderem in Städten wie Wesel, Moers, Duisburg und Mülheim. Ein Verfahren gegen eine 50-jährige Rechtsanwältin aus Bad Honnef wurde eingestellt, nachdem sie eine Geldauflage von 4.000 Euro gezahlt hatte.
Die Vorwürfe im Detail
Den Männern werden verschiedene schwere Straftaten vorgeworfen, darunter Betrug, Urkundenfälschung und der Missbrauch von Ausweispapieren. Im Ermittlungsverfahren haben zwei Angeklagte bereits gestanden, während ein weiterer teilweise geständig ist. Zwei Mitglieder der Bande haben jedoch geschwiegen. Verteidiger der Angeklagten zeigten sich gesprächsbereit und forderten Verständnisgespräche, jedoch ohne sich am ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen zu äußern.
Der mutmaßliche Kopf der Bande, der Bruder eines Angeklagten, wird beschuldigt, die Aktivitäten von Dubai aus zu steuern und zu finanzieren. Er soll gefälschte Identitäten genutzt haben, um in Dubai nach passenden „Beutefahrzeugen“ zu suchen und Händler zu kontaktieren. Ein 38-jähriger Angeklagter aus Aachen wird des Besitzes gefälschter Personaldokumente sowie manipulierten Kontoauszügen, Arbeitsverträgen und Verdienstbescheinigungen beschuldigt.
Organisierte Kriminalität und rechtliche Folgen
Die kriminalistischen Ermittlungen führten die Beamten zu den Autoschiebern von Kleve, wo ihre Telefone überwacht wurden. Transport und Verkauf der hochwertigen Fahrzeuge ins Ausland wurden mit der Hilfe weiterer Mittäter orchestriert, wobei die Autos schließlich nach Dubai gebracht wurden. Interessierte Käufer schlossen ihre Geschäfte über den Messengerdienst Telegram ab.
Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) verdeutlicht die rechtlichen Folgen von Urkundenfälschung und Betrug. In einem anderen Fall hat der BGH entschieden, dass gefälschte Dokumente, selbst in kleinsten Abweichungen, als unechte Urkunden gewertet werden können, was ernste strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Diese Entscheidung spiegelt die strengen Maßnahmen wider, die gegen Betrug und Urkundenfälschung ergriffen werden, so beschreibt es anwalt.de.
Für den Prozess in Düsseldorf sind bis zum 15. Mai noch sieben Verhandlungstage angesetzt, und die Entwicklungen werden mit großer Spannung erwartet. Die Angeklagten müssen sich den schwerwiegenden Vorwürfen stellen, während die Justiz unnachgiebig gegen solche kriminellen Aktivitäten vorgeht.