Heute, am 11. März 2025, wird der „Europäische Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt“ zum 21. Mal begangen. Seit 2022 ist dieser Tag in Deutschland ein Nationaler Gedenktag, der an die Opfer erinnert und dazu aufruft, über die schweren Folgen von Terroranschlägen zu reflektieren. Dabei wird häufig ein Muster sichtbar: Bei Terroranschlägen, wie in Solingen, Aschaffenburg, München und Mannheim, werden Täterinformationen direkt nach dem Anschlag veröffentlicht. Der Fokus liegt dabei jedoch oft auf den Tätern und weniger auf den Opfern und ihren Familien, was die Bundesinnenministerin Nancy Faeser kritisiert und die Notwendigkeit von Empathie für die Betroffenen betont.
Unter den Angehörigen der Opfer herrscht oft ein Gefühl der Traurigkeit und Isolation. Viele trauern in der Öffentlichkeit allein – ihre Geschichten bleiben häufig anonymisiert und ungehört, etwa wenn sie nur als „49-Jährige“ oder „76-Jähriger“ bezeichnet werden. Dies führt zu einem Aufruf, nicht nur über die Täter zu berichten, sondern auch über das Leben der Opfer und das Leid ihrer Angehörigen. Rawina Trautmann, akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische und Internationale Politik, hebt hervor, dass die Unterstützung von Terror-Opfern eine Verantwortung von Staaten und Individuen ist. Sie betont, dass der Gedenktag auch eine Form der Solidarität und Wertschätzung für die Opfer und deren Familien darstellt.
Langfristige Folgen des Terrorismus
Terroranschläge hinterlassen nicht nur direkte physische Schäden, sondern führen auch zu erheblichen psychischen Folgen, die oft ein Leben lang anhalten. Laut verschiedenen Studien, unter anderem „Terrorismus – Terroranschlag: Langfristige psychische Folgen“ von Veko, können diese Anschläge Angst und Schrecken in der Bevölkerung hervorrufen, was nicht mit den Auswirkungen von Naturkatastrophen vergleichbar ist. Nach dem 11. September 2001 berichteten viele US-Bürger von posttraumatischen Symptomen, und auch in Europa sind die psychischen Folgen von Anschlägen, wie dem in Wien im November 2020, nachweisbar. Dieser Anschlag, bei dem vier Menschen getötet wurden, führte zu einem Anstieg des Sicherheitsbedürfnisses unter der Bevölkerung.
Umfragen zeigen, dass viele Menschen, insbesondere nach Anschlägen, ihr Verhalten anpassen. In Österreich fühlten sich beispielsweise 26% der Bevölkerung nach dem Anschlag in Wien bedroht, ein Anstieg von 14% gegenüber vorherigen Erhebungen. Es ist evident, dass Terrorismus die Wahrnehmung von Sicherheit in der Gesellschaft erheblich beeinträchtigt. Vertrauen in die nationalen Sicherheitsbehörden ist von entscheidender Bedeutung, um das Sicherheitsgefühl zu fördern und Vermeidungsverhalten sowie Feindlichkeit gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen zu verringern.
Die Wichtigkeit der Erinnerung
Gedenktage wie der 11. März sind entscheidend für das Nicht-Vergessen und um den Opfern die Anerkennung zu geben, die sie verdienen. Trautmann fordert, dass auch die Terroranschläge außerhalb Europas, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika, mehr Aufmerksamkeit erhalten müssen. Denn die Auswirkungen von Terrorismus sind global und verbinden die Opfer durch das gemeinsame Erlebnis von Unschuld, Leid und Trauer. Der 11. März soll nicht nur ein Tag des Gedenkens, sondern auch ein Aufruf zur Solidarität gegen Stigmatisierung und Hass in der Gesellschaft sein.
Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht, ruft dieser Gedenktag dazu auf, Stärke und Zusammenhalt zu zeigen und gemeinsam für die Rechte und das Wohlergehen der Opfer und ihrer Angehörigen einzutreten.
Zusammenfassend ist der 11. März nicht nur ein Erinnerungsdatum, sondern auch ein Appell an alle Bürger, sich aktiv gegen das Vergessen und für die Unterstützung der Opfer einzusetzen, um eine respektvolle und solidarische Gesellschaft zu fördern.
Weitere Informationen finden Sie auf schwaebische.de, europa-uni.de und veko-online.de.