Der US-Präsident Donald Trump hat am 24. Februar 2025 überraschend Generalstabschef Charles Q. Brown entlassen. Browns Amtszeit hätte planmäßig bis 2027 gewährt, doch Trump verkündete die Entscheidung über sein Netzwerk Truth Social, ohne eine detaillierte Erklärung abzugeben. Der pensionierte Generalleutnant Dan Caine wurde als Nachfolger nominiert, muss jedoch erst in den aktiven Dienst zurückberufen werden, bevor er die Position antreten kann. Diese Nominierung bedarf zudem der Bestätigung durch den US-Senat.
Trumps Entscheidung ist ein markanter Bruch mit jahrzehntelangen militärischen Traditionen, wonach hochrangige Offiziere ihre Positionen über mehrere Präsidentschaftsperioden hinweg innehatten. Bislang blieb die Beziehung zwischen der politischen und militärischen Führung in den USA weitgehend stabil. Charles Q. Brown war der zweite afroamerikanische Generalstabschef und bekannt für seine Ansichten über Rassismus und Chancengleichheit innerhalb des Militärs. In einem Video, das er nach dem Tod von George Floyd aufnahm, reflektierte Brown über seine Erfahrungen als afroamerikanischer Pilot und die damit verbundenen Herausforderungen, was Trump-Berater als Grund für die Entlassung anführen.
Kritische Äußerungen über das Militär
Trump hat wiederholt seine Unzufriedenheit mit dem US-Militär geäußert, welches er als „aufgeweckt“ und unfähig bezeichnete, Kriege erfolgreich zu führen. Dabei richtet er den Blick auf Fehler in Konflikten nach dem 11. September und macht politische Führer für die Misserfolge verantwortlich, anstatt den Militärs selbst. Noch vor wenigen Jahren, während Trumps Präsidentschaft, wurde die Beziehung zwischen ihm und General Mark A. Milley, Browns Vorgänger, belastet, insbesondere nach Floyds Tod, als Milley Trump bei einem umstrittenen Fototermin in Militäruniform begleitete.
Die Kritik an Browns Abberufung kommt auch vom Verteidigungsminister Pete Hegseth, der zuvor Browns Entlassung gefordert hatte. Hegseth plant nicht nur Veränderungen an der Spitze, sondern auch die Abberufung weiterer hochrangiger Militärs wie Admiral Lisa Franchetti und General James Slife.
Vertrauen in das Militär
In einem Klima schwindenden Vertrauens in die US-Streitkräfte, das auf 60 Prozent im Jahr 2023 gesunken ist – dem tiefsten Stand seit über zwei Jahrzehnten – argumentierte Hegseth für eine umfassende Umstrukturierung des militärischen Führungsstils. Es wird behauptet, dass das Militär zu sehr mit Themen wie Diversity-Trainings beschäftigt sei, was möglicherweise Auswirkungen auf die Rekrutierung habe. Wissenschaftliche Berichte konnten jedoch kaum nachweisen, dass „Wokeness“ tatsächlich die Fähigkeit des Militärs, Rekruten zu gewinnen, negativ beeinflusst.
Die aktuellen Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die fragile Beziehung zwischen der politischen Führung und dem Militär in den USA, die unter Trump zunehmend strapaziert wird. Ob die Nominierung von Dan Caine und die anhaltenden Spannungen im Militär zu einer weiteren Polarisierung führen, bleibt abzuwarten. In einer Zeit, in der die militärische Einsatzbereitschaft eventuell gefährdet ist, sind die getroffenen Entscheidungen von großer Bedeutung für die nationale Sicherheit.
Der Fokus auf die militärische Führung wird auch durch die politischen Säuberungen und den Einsatz des Militärs für innere Aufgaben verstärkt, was besorgniserregende Fragen zur Effektivität der US-Streitkräfte aufwirft.
Für weiterführende Informationen lesen Sie [Süddeutsche] (https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-news-liveblog-musk-behoerden-usaid-li.3205604), [New York Times] (https://www.nytimes.com/2025/02/22/us/politics/trump-cq-brown-george-floyd.html) und [FR.de] (https://www.fr.de/politik/kaum-ist-das-us-militaer-zu-woke-um-kriege-zu-gewinnen-wohl-zr-93429431.html).