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Wärmepumpen-Boom in Holzminden endet abrupt: Warum die Nachfrage sank und was Stiebel Eltron plant.

Der Wärmepumpenmarkt: Ein Blick hinter die Kulissen

Durch den Krieg in der Ukraine stiegen die Gaspreise drastisch an, was einen Boom für Wärmepumpen auslöste. Menschen wie Tim Radl bei Stiebel Eltron in Holzminden erlebten einen intensiven Anstieg der Nachfrage vor zwei Jahren. Doch aktuell ist das Interesse an Wärmepumpen stark gesunken. Diskussionen über das Heizungsgesetz haben zu einer Verunsicherung der Kunden geführt und viele Immobilienbesitzer entscheiden sich nun für traditionelle Öl- und Gasheizungen statt Wärmepumpen.

Kai Schiefelbein, der Chef von Stiebel Eltron, zeigt Verständnis für die schwierige Situation des Marktes. Er kritisiert die schlechte Kommunikation der Bundesregierung bezüglich des Gebäudeenergiegesetzes und der Förderung für Hauseigentümer. Obwohl der Markt für Wärmepumpen derzeit schwächelt, glaubt Schiefelbein an eine Erholung im Herbst, besonders wenn die KfW mit der Auszahlung von Zuschüssen beginnt. Die aktuellen Zuschüsse und Kredite sind so attraktiv wie nie zuvor, aber die Kunden zögern aus psychologischen Gründen, wie Schiefelbein vermutet.

Die Kurzarbeit bei Stiebel Eltron betrachtet Schiefelbein als sinnvolles Instrument, um die Fachkräfte zu halten und die Herausforderungen des Marktes zu überwinden. Er ist optimistisch, dass der Wärmepumpenmarkt langfristig wieder Fahrt aufnehmen wird, wenn die strengeren Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes greifen und Öl- und Gasheizungen vom Markt verdrängt werden. Trotz der aktuellen Herausforderungen sind die mittelfristigen Aussichten laut Schiefelbein positiv, und er glaubt fest daran, dass die Branche die kurzfristige Krise überstehen wird.

Lebt in Spandau und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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