Nachdem US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert hat, äußerte sich Trump optimistisch über die Fortschritte in den Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg. Während des Gesprächs unterbreitete er den Vorschlag, dass die USA die Eigentümerschaft ukrainischer Kraftwerke übernehmen könnten, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Selenskyj warnte jedoch vor zu großen Zugeständnissen an Russland, da er davon überzeugt ist, dass Russland nicht ernsthaft an einem Ende des Krieges interessiert ist.
In der Zwischenzeit kommt es weiterhin zu Angriffen auf die ukrainische Energie-Infrastruktur. Aktuellen Angaben zufolge hat Russland trotz der zugesagten Aussetzung von Angriffen erneut Energieanlagen in der Ukraine attackiert. Besonders tragisch war ein Angriff auf ein Wohnhaus in der Region Sumy, bei dem ein Mensch getötet und drei weitere verletzt wurden. Auch in Dnipropetrowsk wurde eine Energie-Infrastruktur durch Drohnen getroffen. Selenskyj kommentierte die Angriffe und warnte davor, Russland in Verhandlungen zu weit entgegenzukommen. Er forderte die USA auf, die Waffenruhe insbesondere in Bezug auf Energieanlagen genau zu überwachen.
Waffenruhe und Verhandlungen
Die Gespräche über eine mögliche Waffenruhe sollen am Montag in Dschidda fortgesetzt werden, wo Vertreter von Trump und Putin bereits über Details beraten haben. US-Sondergesandter Steve Witkoff äußerte, dass eine Waffenruhe innerhalb weniger Wochen erreicht werden könnte. Russland hat allerdings Bedingungen aufgestellt, darunter, dass die USA und ihre Verbündeten keine Militärhilfe und Geheimdienstinformationen mehr an die Ukraine liefern. Diese Forderung könnte die Verhandlungen weiter komplizieren.
Um die Spannungen zu mildern, haben Russland und die Ukraine einen Austausch von insgesamt 372 Kriegsgefangenen vereinbart. Selenskyj hat klargestellt, dass die Ukraine bereit ist, Unterhändler für weitere Gespräche über eine Waffenruhe zu entsenden, jedoch keine von Russland annektierten Gebiete anerkennen wird. Er äußerte auch die Sorge, dass Russland die vereinbarten Bedingungen für eine Waffenruhe sabotiere und gleichzeitig die ukrainische Infrastruktur angreife.
Internationale Reaktionen und kritische Stimmen
Die westlichen Verbündeten der Ukraine zeigen sich skeptisch gegenüber den Gesprächen zwischen Trump und Putin. CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter kritisierte die Vereinbarung, die eine 30-tägige Aussetzung von Angriffen auf Energieinfrastruktur vorsieht, als vorteilhaft für Russland. Er wies darauf hin, dass die Ukraine aufgrund der Angriffe auf die eigene Energie-Infrastruktur bereits stark geschwächt sei und fordert eine entschiedenere Haltung der westlichen Unterstützung.
Bundesfinanzminister Jörg Kukies planbare Militärhilfen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro werden vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen als unabdingbar erachtet. Während Bundeskanzler Scholz die Ergebnisse des Gesprächs zwischen Trump und Putin als wichtigen Schritt zum Frieden begrüßte, bezeichnete Verteidigungsminister Pistorius die Vereinbarung als „Nullnummer“ und kritisierte Putins Vorgehen scharf.
Experten zeigen sich besorgt über die mögliche Einstellung von US-Hilfen und die daraus folgenden Konsequenzen für die Ukraine. Friedensforscher heben hervor, dass Russland sich möglicherweise auf der „Siegesstraße“ wähnt und seine Forderungen erhöhen werde, was die Situation weiter eskalieren könnte.
Die internationale Gemeinschaft wird die künftigen Verhandlungen genau beobachten, während die Lage in der Ukraine weiterhin angespannt bleibt. RP Online, MDR, Deutschlandfunk.