Am 19. März 2025 haben Russland und die Ukraine im Rahmen eines bedeutenden Austauschs insgesamt 372 Kriegsgefangene freigelassen. Dieser Schritt wurde durch die Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ermöglicht. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden dabei 175 ukrainische Soldaten gegen 175 russische Soldaten ausgetauscht, darunter auch 22 schwer verwundete Kriegsgefangene, wie Al Jazeera berichtet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete diesen Austausch als einen der größten seit Beginn der umfassenden Invasion Russlands im Februar 2022. Er dankte seinem Team sowie den VAE für deren Unterstützung und betonte die Bedeutung dieses Schrittes im Hinblick auf den Erhalt von Frieden und Stabilität. Der Austausch inkludiert auch Rückkehrer, die aufgrund erfundener Verbrechen von Russland verfolgt wurden. Alle zurückkehrenden Gefangenen sollen umgehend medizinische und psychologische Hilfe erhalten, so berichtete KRCG TV.

Friedensbemühungen im Kontext aktueller Konflikte

US-Präsident Donald Trump führte nach dem Austausch ein Telefonat mit Selenskyj, das er als „sehr gut“ bezeichnete. Beide Präsidenten diskutierten über die Bemühungen um einen Waffenstillstand und über ihn als Teil eines langfristigen Friedensplans. Trump hatte zuvor ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der jedoch einen vollständigen 30-tägigen Waffenstillstand ablehnte.

Trotz des Austauschs wurden die Spannungen zwischen den beiden Ländern durch anhaltende Angriffe verstärkt. Selenskyj äußerte, dass Putins Versprechen, die Energieinfrastruktur nicht anzugreifen, „sehr stark von der Realität abweicht“, nachdem in der Nacht zuvor massive russische Drohnenangriffe auf die Ukraine stattgefunden hatten. Laut Berichten wurden 145 Drohnen gestartet, von denen 72 abgefangen wurden, was zu einem Todesfall sowie Schäden an zwei Krankenhäusern führte.

Reaktionen und Herausforderungen

In den russischen Medien äußerten Kreml-Hardliner, unter anderem Alexander Dugin, ihren Unmut über die Rückkehr zum Frieden und argumentieren, dass die Ukraine nur eine Atempause zur Auffüllung ihrer Truppen suche. Diese Skepsis wird durch die Tatsache untermauert, dass Russland weiterhin Gebietsansprüche erhebt und Bedingungen für Friedensverhandlungen aufstellt, während die Ukraine diese Vorschläge bislang zurückgewiesen hat, wie Focus berichtet.

Die Ukraine zeigt sich bereit, einen Waffenstillstand zu verhängen, sofern Russland dies ebenfalls tut. Dies könnte auch die Rückkehr zwangsverschleppter ukrainischer Kinder aus Russland sowie weitere humanitäre Maßnahmen beinhalten. Die internationale Gemeinschaft bleibt besorgt über die anhaltenden Konflikte und die Notwendigkeit, einen dauerhaften Frieden zu erreichen.