Irans Präsident Masoud Pezeshkian hat die Mitgliedsstaaten der OPEC dazu aufgerufen, vereint gegen mögliche US-Sanktionen vorzugehen, die darauf abzielen, die Öl-Exporte des Landes auf null zu reduzieren. Diese dringende Botschaft wurde im Rahmen eines Treffens mit dem OPEC-Generalsekretär Haitham al-Ghais ausgesprochen. Pezeshkian, der in diesem Jahr die rotierende Präsidentschaft der OPEC innehat, betonte, dass eine einheitliche Front der OPEC-Mitglieder gegen die drohenden Sanktionen den Einfluss der USA auf die globalen Energiemärkte mindern könnte. Diese Äußerungen folgten auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, erneut eine „Maximum Pressure“-Kampagne gegen Iran zu initiieren, um dessen nukleares Potenzial zu stoppten.

Aktuell exportiert Iran etwa 1,5 Millionen Barrel Rohöl täglich, hauptsächlich nach China. Ein Verlust dieser Mengen würde rund 1,4 Prozent des weltweiten Ölangebots ausmachen. Pezeshkian warnte, dass der diplomatische und wirtschaftliche Druck der USA auf die iranische Ölwirtschaft schwerwiegende Folgen für die Stabilität der globalen Energiemärkte haben könnte. Zudem sprach er Strategien zur Bekämpfung der US-Sanktionen und zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Stabilität an, darunter Selbstversorgung und regionale Zusammenarbeit.

Trumps Sanktionen und ihre Auswirkungen

Die wiederholte Drohung Trumps, die iranischen Öl-Exporte zu entziehen, hat Wurzeln in seiner ersten Amtszeit, als er 2018 aus dem Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) ausschied und umfassende Sanktionen verhängte. Diese Maßnahmen führten 2020 zu einem dramatischen Rückgang der iranischen Öl-Exporte auf nur noch 200.000 Barrel pro Tag. Im Gegensatz dazu erlebten die iranischen Öl-Exporte unter Präsident Joe Biden eine Erholung und erreichten die höchsten Werte seit 2018, trotz der fortdauernden US-Sanktionen.

Irans Ölminister Mohsen Paknejad warnte, dass einseitige Sanktionen gegen Rohölproduzenten eine Destabilisierung der Energiemärkte zur Folge hätten. Er drängte auf die Notwendigkeit, den Ölmarkt von politischen Spannungen zu entkoppeln, um die Energiesicherheit global zu gewährleisten.

Globale Implikationen und geopolitische Spannungen

Die geopolitischen Spannungen rund um die iranischen Öl-Exporte und die US-Sanktionen könnten weitreichende Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte haben. Donald Trump plant eine neue Welle von Sanktionen, falls er erneut ins Amt gewählt wird. Experten befürchten, dass strenge Sanktionen und Konflikte in der Region die globale Ölversorgung erheblich beeinträchtigen könnten. Das könnte wiederum den Druck auf andere Ölproduzenten erhöhen, ihre Produktionskapazitäten auszubauen, um die durch mögliche Kürzungen entstehenden Lücken zu füllen.

Zusätzlich zu den ökonomischen Auswirkungen könnte auch Israel militärische Maßnahmen in Betracht ziehen, um gegen Bedrohungen durch den Iran vorzugehen. Dies könnte eine Schließung strategischer Wasserwege wie der Straße von Hormus zur Folge haben, was massive Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt nach sich ziehen würde. Laut Analysten könnte Russland von einer solchen Eskalation profitieren, obwohl G-7-Sanktionen stark auf seine Ölindustrie drängen.

Gleichzeitig wird erwartet, dass Saudi-Arabien und andere OPEC-Staaten versuchen könnten, den iranischen Marktanteil einzunehmen, sollte es zu weiteren Sanktionen gegen Teheran kommen. Die Situation bleibt angespannt und es ist unklar, welche Maßnahmen in den kommenden Monaten ergriffen werden.