Die Stadt Wildeshausen plant die Einführung einer neuen Baugestaltungssatzung, die darauf abzielt, das Erscheinungsbild der Innenstadt zu verbessern und historische Gebäude zu erhalten. Die Initiative ist Teil des städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Wildeshausen 2030plus“, das im Sommer 2022 von den Parteien UWG, SPD und CDU präsentiert wurde. In einer aktuellen Pressemitteilung wurde die Bedeutung dieses Vorhabens für die Identität der Stadt hervorgehoben. Die geplante Satzung soll Vorgaben zu Dach-, Fenster- und Fassadenformen sowie -farben enthalten und somit eine klare Richtung für zukünftige Bauvorhaben vorgeben.
Die Fraktion Pro Wildeshausen hat jedoch Bedenken geäußert und bezeichnet die Satzung als einen Eingriff in die Rechte der Grundstückseigentümer. Günter Lübke und Bodo Bode von der Fraktion rufen die Bürger dazu auf, sich gegen die Satzung zur Wehr zu setzen. Sie betonen, dass die bestehenden Regelungen wie die Wildeshauser Fibel und die Erhaltungssatzung bereits ausreichen, um die städtebauliche Gestaltung zu gewährleisten. Pro Wildeshausen spricht sich gegen die Übertragung der Kosten für die Schaffung einer „historischen Altstadt“ auf die Eigentümer aus, da keine städtischen Fördermittel für die Umsetzung der Satzung vorgesehen sind.
Öffentliche Beteiligung und Informationsveranstaltung
Die Stadt hat bereits ein Verfahren zur öffentlichen Beteiligung angestoßen, in dessen Rahmen Stellungnahmen bis zum 8. April eingereicht werden können. Parallel dazu soll eine Informationsveranstaltung am 24. September 2024 im oberen Rathaussaal stattfinden, um den Bürgerinnen und Bürgern die Ziele und Inhalte der geplanten Satzung näherzubringen. Diese örtliche Bauvorschrift ist gemäß § 84 der Niedersächsischen Bauordnung ein wichtiges Instrument zur Sicherung der städtebaulichen Qualität.
Die Baugestaltungssatzung verfolgt das Ziel, eine harmonische Integration von Modernisierungen und Neubauten in das historische Stadtbild zu gewährleisten. Die Innenstadt von Wildeshausen gilt als schutzwürdig und weist sowohl bauliche als auch stadtgeschichtliche Bedeutung auf. Der historische Stadtgrundriss, die Wallanlagen sowie die Stadtsilhouette sollen somit als wertvolle Dokumente der Baugeschichte erhalten bleiben.
Stimmen aus der Bevölkerung und politischen Gremien
Unterstützung für die Satzung kommt von den Parteien UWG, CDU, FDP und der Gruppe Grüne/Linke, während die CDW sowie einige Bürger der Stadt eher kritisch gegenüber dem Vorhaben eingestellt sind. Die Entscheidung über die Fortführung der Satzung wird stark von den Einwendungen der Anwohner abhängen.
Um weitere Informationen zur geplanten Baugestaltungssatzung und deren Umsetzung zu erhalten, können interessierte Bürger die detaillierte Vorlage auf denkmalrechtbayern.de einsehen.
Für genauere Details über den politischen Diskurs und die aktuellen Entwicklungen in Wildeshausen sowie die Reaktionen der Bevölkerung ist ein Blick in die Berichterstattung auf Kreiszeitung und Wildeshausen.de empfehlenswert.