Am 20. März 2025 wurde eine neue Forschungsgruppe an der Universität Oldenburg ins Leben gerufen, die sich dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) an Hochschulen widmet. Diese interdisziplinäre Gruppe steht unter der Leitung von Prof. Dr. Heinke Röbken und wird sich mit den Anwendungsfeldern und dem Nutzen von KI in Forschung, Verwaltung sowie im Studium und in der Lehre beschäftigen. Die Forschungsgruppe trägt den Namen „KIWIT: Funktionen und Folgen Künstlicher Intelligenz in der Wissenschafts- und Hochschulorganisation – Innovationsanalyse und Transferentwicklung“ und ist Teil eines Projekts, das durch das Bundesforschungsministerium (BMBF) mit rund zwei Millionen Euro über vier Jahre gefördert wird. Die Universität Oldenburg erhält dabei ungefähr 660.000 Euro.
Insgesamt umfasst die Forschungsgruppe rund 20 Mitglieder, darunter sechs Doktorandinnen und Doktoranden sowie studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte. Ein vierköpfiges Leitungsteam, bestehend aus Prof. Dr. Heinke Röbken, Prof. Dr. Stefan Kühl, Prof. Dr. Marcel Schütz und Prof. Ernst Reinking, sorgt für die strategische Ausrichtung. Untersuchungen werden insbesondere die Auswirkungen KI-basierter Technologien auf das Wissenschafts- und Hochschulsystem analysieren, wobei ein Fokus auf den Geistes- und Sozialwissenschaften liegt.
Forschungsmethoden und Zielsetzungen
Die Forschungsgruppe wird Methoden wie maschinelles Lernen, Data Mining und Text-Mining nutzen, um neue Informationen über das Wissenschaftssystem zu gewinnen und unbekannte Muster aufzudecken. Geplant sind auch Dissertationsprojekte, in denen KI-Verfahren zum Einsatz kommen. Zusätzlich wird ein Leitfaden für den Einsatz von KI im akademischen Bereich entwickelt, der die Personal- und Organisationsentwicklung unterstützen soll. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit wird die Kombination von quantitativen und qualitativen Ansätzen sein, darunter Interviews zur Einbindung verschiedener Perspektiven.
Die Arbeit der Gruppe wird durch eine Webseite, einen Blog und einen Podcast begleitet, die regelmäßig über den Fortschritt berichten sollen. Außerdem sind jährliche Summer Schools zur Vernetzung innerhalb der Wissenschaftsgemeinde geplant. Publikationen richten sich sowohl an akademische als auch an anwendungsinteressierte Zielgruppen.
Ein Blick auf KI an anderen Hochschulen
Die Entwicklung und Anwendung von KI an Hochschulen findet weltweit statt. So berichtet die TUM, dass neue Methoden, theoretische Grundlagen und Anwendungen von KI in verschiedenen Bereichen wie autonomen Fahrzeugen, Robotik und medizinischen Technologien entwickelt werden. Die interdisziplinäre Forschung an der TUM zielt darauf ab, auch die gesellschaftlichen Folgen der KI-Nutzung zu untersuchen.
Die Rolle von KI in Hochschulen wird als entscheidend angesehen, um den Bildungsbereich zu optimieren. KI ermöglicht es, den Unterricht individuell an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen, Verwaltungsprozesse zu automatisieren und die Forschung durch die schnelle Auswertung komplexer Daten zu unterstützen. Besonders hervorzuheben sind adaptive Lernplattformen und automatisierte Bewertungswerkzeuge, die eine personalisierte Lernerfahrung schaffen.
Dennoch stehen Hochschulen auch vor Herausforderungen bei der Integration von KI, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz, ethische Fragestellungen und technologische Disparitäten zwischen Institutionen. Ein strategischer und verantwortungsvoller Einsatz von KI könnte jedoch nicht nur die Effizienz der Hochschulen steigern, sondern auch deren Innovationskraft und Inklusion fördern, was zu einem zukunftsorientierten akademischen Umfeld führen könnte.