Am 10. Februar 2025 kehren viele Palästinenser aus der Diaspora zurück in den Norden Gazas, allerdings in ein menschenunwürdiges Umfeld. Berichten von Al Jazeera zufolge finden die Rückkehrer Städte vor, die in toxische Ödland verwandelt wurden. Die Straßen von Gaza City sind mit Müll überflutet, was neue Gesundheitsrisiken mit sich bringt. UNICEF-Mitarbeiterin Tess Ingram berichtet, dass betroffene Familien über die Zerstörung schockiert sind.

Zusätzlich zu den überwältigenden Anzeichen der Zerstörung berichten Bewohner und Hilfsorganisationen von einer sich zuspitzenden Sanitären Krise in Gaza City. Die Region hat intensive militärische Aktivitäten erlebt, und die Infrastrukturen sind enorm geschädigt. Städte fehlen grundlegende Dienstleistungen wie Wasser und Gesundheitsversorgung, während die WHO darauf hinweist, dass die humanitäre Situation kritisch ist.

Gesundheitskrisen und psychische Belastungen

Der ununterbrochene Konflikt hat nach fast 16 Monaten zu einem kollabierenden Gesundheitssystem geführt. Laut dem WHO-Vertreter Rik Peeperkorn sind die Netzwerke für Strom, Wasser und Gesundheitsdienste stark beschädigt. Bevor die Kämpfe tobten, verfügte Gaza über mehr als 3.500 Krankenhausbetten; jetzt sind es nur noch 1.900 verfügbar, wobei nur sehr wenige Intensivstationen und Inkubatoren für Neugeborene existieren. In den nördlichen Teilen Gazas sind lediglich zwei Psychiater noch aktiv, was die psychische Gesundheitsversorgung stark einschränkt.

Die WHO schätzt, dass zwischen 12.000 und 14.000 Patienten dringend evakuiert werden müssen, darunter etwa 5.000 Kinder. Insbesondere psychische Gesundheitsprobleme nehmen zu, besonders bei Kindern und Jugendlichen, was auf anhaltende traumatische Symptome hinweist. Gleichzeitig ist der Zugang zu medikamentöser Versorgung und anderen Gesundheitsdiensten stark eingeschränkt. Viele Einrichtungen sind nicht funktionsfähig, und die Zahl der verfügbaren Medikamente sinkt dramatisch.

Wasser- und Sanitärkrise

Die Wasserkrise in Gaza ist alarmierend. Weniger als 4 % des Wassers sind trinkbar, da der Großteil durch Abwasser kontaminiert ist, und die durchschnittliche Wasserverwendung liegt bei 2-3 Litern pro Person und Tag. Dieses Niveau entspricht nicht den Empfehlungen der WHO. Die Federführung der UN und anderer humanitärer Partner ist entscheidend, um Wasser, Sanitärversorgung und andere grundlegende Dienstleistungen sicherzustellen.

Bei den Rückkehrern sind zudem ernsthafte Gesundheitsrisiken zu befürchten. Mündliche Berichte bestätigen, dass nicht nur Krankheiten wie Durchfall und andere Infektionen an der Tagesordnung sind, sondern auch die psychische Belastung der Bevölkerung zu einem immer größeren Problem wird. Die Kombination aus schlecht funktionierenden Infrastrukturen, anhaltendem Stress, und der Notwendigkeit, in einem unter solch extremen Bedingungen zu überleben, verstärkt die humanitäre Krise in der Region.

Die UN mobilisiert bereits humanitäre Hilfe, um die verheerenden Auswirkungen der Zerstörung in Gaza zu mildern. Schränkungen im Gesundheitssektor, gekoppelt mit dramatischen Umweltschäden, erfordern sofortige Maßnahmen. Ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft steht die Bevölkerung Gazas vor einer ungewissen und gefährlichen Zukunft.