Die Leibniz Universität Hannover und das Literaturhaus Hannover haben die Neubesetzung der Poetikdozentur NEUE DEUTSCHE LITERATUR bekannt gegeben. Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa und aufgewachsen in Wien, wird die Dozentur im Wintersemester 2023/2024 bekleiden. Sie wird ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „Text Fur Aliens“ am Mittwoch, den 29. November 2023, um 19 Uhr im Literaturhaus Hannover halten. Das Projekt wird von der VGH Stiftung gefördert, die auch als wichtiger Partner auftritt. uni-hannover.de berichtet über die Hintergründe dieser Zusammenarbeit.
Das Auswahlgremium hat Cottens Entscheidung mit ihrem Werk begründet, das sich intensiv mit der Spurensuche und der Schöpfung von Sprache auseinandersetzt. Die thematische Ausrichtung von Cotten ist vielfältig: Sie thematisiert Poesie, Spracherfindung, Kommunikation sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf Macht, Bedeutungsgebung, Unterdrückung und Schönheit. Zuvor war Lena Gorelik, die sich mit Zugehörigkeit und Fremdsein beschäftigte, die erste Poetikdozentin dieser Reihe. Auch in der Vergangenheit wie beim Debüt-Gedichtband „Fremdwörterbuchsonette“ (2007) und weiteren Werken wie „Florida-Räume“ (2010), „Der schaudernde Fächer“ (2013) und „Lyophilia“ (2019) ist bereits deutlich geworden, dass Cotten eine prägende Stimme in der zeitgenössischen Literatur ist.
Die Poetikdozentur in Hannover
Die Hannoversche Poetikdozentur wurde zum Wintersemester 2022/23 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, eine Plattform für die Förderung der neuen deutschen Literatur und die Reflexion über gegenwärtige Schreibweisen zu schaffen. Jährlich wird ein*e Autor*in als Poetikdozent*in eingeladen, um eine Poetikvorlesung zu halten und ein Blockseminar anzubieten. Das darauf folgende Sommersemester sieht zudem eine Einladung zu einer Lesung und einem Gespräch vor. vgh-stiftung.de beschreibt die neuartigen Ansätze und die verschiedenen Initiativen, die hinter diesem Projekt stehen.
Die vierjährige Geschichte der Poetikdozentur ist bereits bemerkenswert, mit ehemaligen Dozent*innen wie Ann Cotten und Lena Gorelik. Für das Wintersemester 2024/2025 ist bereits Nava Ebrahimi als neue Poetikdozentin vorgesehen. Sie wurde 1978 in Teheran geboren, wuchs in Köln auf und hat Journalismus sowie Volkswirtschaftslehre studiert. Ebrahimi wird nicht nur als Autorin geschätzt, sondern bringt auch vielfältige berufliche Erfahrungen als Redakteurin und Nahostreferentin mit. Ihre vielfach ausgezeichneten Werke, darunter der Österreichische Buchpreis für das beste Debüt (2017) und der Ingeborg-Bachmann-Preis 2021, belegen ihre Relevanz in der Literaturszene.
Die Dozentur bietet die Möglichkeit, die Sichtweise auf die deutsche Literatur zu schärfen und den Austausch zwischen Studierenden und namhaften Autoren zu fördern. Interessierte können weitere Informationen zum Projekt auf www.ndl-poetik.de finden oder sich direkt an das Literaturhaus Hannover wenden.