Am 22. November 2024 fand an der Universität Göttingen eine bedeutende Senatssondersitzung statt, die weitreichende Konsequenzen für die Leitung der Hochschule haben könnte. In dieser Sitzung wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die den Auftrag hatte, einen Interimspräsidenten bis zur regulären Neuwahl zu bestimmen. Diese Arbeitsgruppe setzte sich aus verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern zusammen, darunter Mitglieder des Senats, des Dekan*innenkonzils, des Präsidiums, des Stiftungsausschusses sowie des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Sie empfahl schließlich Prof. Dr. Axel Schölmerich für diese Position.
Schölmerich, geboren 1952 in Marburg an der Lahn, ist ein angesehener deutscher Psychologe. Er war von 2015 bis 2021 Rektor der Ruhr-Universität Bochum, wo er ebenfalls eine bedeutende Rolle in der akademischen Landschaft spielte. Nach seinem Studium der Erziehungswissenschaften und Psychologie an der Universität Mainz war er nicht nur als Forscher aktiv, sondern sammelte auch internationale Erfahrung, unter anderem als Fulbright-Stipendiat an der University of Washington in Seattle.
Der Weg zur Amtsübernahme
Das Ergebnis der Empfehlung der Arbeitsgruppe wird in einer Sondersitzung des Senats am 5. Februar 2025 um 13 Uhr zur Abstimmung gebracht. Sollte die Wahl erfolgreich verlaufen, könnte Schölmerich seine Amtszeit als Interimspräsident am 1. März 2025 antreten. Informationen zur Sondersitzung werden ab der kommenden Woche im Intranet sowie im bevorstehenden Newsletter am 31. Januar 2025 veröffentlicht.
Axel Schölmerich, der auch zahlreiche akademische Positionen innehatte, darunter eine C3-Professur für Entwicklungspsychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und eine W3-Professur an der Ruhr-Universität Bochum, hat sich in seiner Karriere intensiv mit der sozialen und emotionalen Entwicklung von Kindern beschäftigt. Seine Expertise in diesem Bereich könnte für die Universität Göttingen von großem Wert sein.
Hochschulpolitischer Kontext
Die Entwicklungen an der Universität Göttingen finden vor dem Hintergrund aktueller hochschulpolitischer Rahmenbedingungen statt. In den letzten Jahren hat der Wissenschaftsrat den Hochschulpakt 2020 evaluiert, der geschaffen wurde, um die deutschen Hochschulen für steigende Studierendenzahlen offen zu halten. Dieser wurde 2021 durch den Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken abgelöst, der die Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre an Hochschulen zum Ziel hat. Auch die Qualitätspakt Lehre-Initiative, die von 2011 bis 2020 lief, zielte auf die Verbesserung der Studienbedingungen und Lehrqualität an Hochschulen.
Unter diesen Umständen könnte die Wahl von Axel Schölmerich als Interimspräsident entscheidend für die strategische Ausrichtung der Universität Göttingen in den kommenden Jahren sein. Seine umfangreiche Erfahrung aus früheren Führungspositionen, zusammen mit seiner akademischen Qualifikation, könnte neue Impulse für die Uni setzen.
Für weitere Informationen zu Axel Schölmerich und seiner Laufbahn können Sie die Artikel von Uni Göttingen, Wikipedia und Bildungsserver konsultieren.