Am 23. März 2025 steht die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette in Niedersachsen vor Gericht. Der Prozess, der am Dienstag beginnt, thematisiert die mutmaßlichen Überfälle Kletter, gemeinsam mit Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, auf Geldtransporter und Supermärkte nach der Auflösung der Rote Armee Fraktion (RAF). Anders als viele der früheren Verhandlungen, betrifft dieser Prozess nicht die bekannten Terroranschläge der RAF, sondern steht unter dem Schatten der Geschichte dieser gefährlichen Gruppe, die in den 1960er Jahren gegründet wurde. Die Klette-Klage könnte aufgrund ihrer Vergangenheit und der damit verbundenen Berichterstattung, die bereits viele Menschen bewegt hat, ein hohes öffentliches Interesse wecken. Laut zvw.de sind die Vorwürfe gegen Klette gravierend, zudem droht ihr ein zusätzliches Verfahren wegen versuchten Mordes und Mittäterschaft bei Sprengstoffexplosionen.

Die Geschichte der RAF beginnt 1968 mit einem Brandanschlag auf ein Kaufhaus in Frankfurt, verübt von Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Unterstützt von der Journalistin Ulrike Meinhof, die schnell in die RAF integriert wurde, begann die Gruppe, gewaltsame Aktionen als Protest gegen den Staat zu nutzen. 1972 wurden die prominenten Mitglieder Baader und Ensslin, zwischenzeitlich zum Symbol des radikalen Widerstands geworden, gefasst und in Stuttgart-Stammheim inhaftiert. Der Prozess, der dort begann, gilt als Schlüsselereignis in der bundesdeutschen Justizgeschichte. ARD Mediathek hebt hervor, dass die Verhandlungen von Konflikten, Hungerstreiks und der politischen Teilung der Gesellschaft geprägt waren. Themen wie Isolationsfolter und die umstrittenen Todesfälle von Meinhof und Holger Meins in Haft sorgten für viel Aufmerksamkeit.

Der Stammheimprozess

Der Prozess gegen die RAF-Spitze, der am 21. Mai 1975 begann, erstreckte sich über 192 Verhandlungstage und offenbarte schwerwiegende gesellschaftliche Spannungen. Verhaftete RAF-Mitglieder, darunter Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe, wurden letztendlich zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, jedoch war ihre Verurteilung nie rechtskräftig. In der Folge prägten sie den Begriff des politischen Gefangenen. Der Bericht von Planet Wissen thematisiert auch den Selbstmord von Baader, Ensslin und Raspe im Oktober 1977, der die Gesellschaft weiter spaltete und Fragen über staatliche Verantwortung aufwarf.

Mit dem Ende der ersten Generation schien die Gewalt nicht zu enden. Die zweite Generation, repräsentiert durch Personen wie Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt, setzte die Tradition des bewaffneten Kämpfens fort und wurde 1984 ebenfalls zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. In den folgenden Jahren zeigten sich erste Erfolge der Resozialisierung: Mohnhaupt wurde 2007 vorzeitig entlassen, Klar 2008. Währenddessen blieben die Nachwirkungen der Aktionen und die Fragen um Gerechtigkeit und Vergeltung in der Gesellschaft ein umstrittenes Thema.

Aufarbeitung der Vergangenheit

Der aktuelle Prozess gegen Klette steht somit im Kontext einer komplexen und vielschichtigen deutschen Geschichte. Die RAF hat im Land tiefe Spuren hinterlassen, die über Generationen hinweg nachwirken. Während die Mitgliedschaft in der Gruppe inzwischen verjährt ist, bleibt die Auseinandersetzung mit den Taten und ihrer Bedeutung für die heutige Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Die Gerichtsverhandlungen und das öffentliche Interesse daran spiegeln die weiterhin bestehende Faszination und Ablehnung wider, die mit dem Phänomen der RAF verbunden sind.