Das Süßigkeiten-Geschäft „Hussel“ im Marktplatz-Center in Neubrandenburg wird voraussichtlich bis Ende Januar schließen. Dies bestätigte Center-Manager Ralph Teuber. Das Geschäft gehört seit Mai 2022 zum Süßwarenhersteller Viba Sweets aus Thüringen, welcher bereits mehrere Standorte übernommen hat. Der Mietvertrag für Hussel wurde nicht verlängert, Details zu den Gründen blieben jedoch ungenannt. Teuber kündigte zudem an, dass man in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem neuen Konzept stehe, um die Vielfalt des Centers zu erhöhen.

Die Schließung von Hussel ist Teil einer Reihe von Veränderungen im Marktplatz-Center. Auch das Geschäft „Game Stop“ wird schließen, was auf einen deutschlandweiten Rückzug des Unternehmens zurückzuführen ist. Bis Ende Januar sollen alle 69 Filialen in Deutschland geschlossen werden, was rund 500 Angestellte betrifft. Allein in Neubrandenburg wird das Center von verschiedenen Schließungen betroffen sein, nachdem bereits im Frühjahr 2024 die Marken Hussel, Arko und Eilles von Viba Sweets übernommen wurden.

Hintergrund zur Übernahme und Insolvenz

Die Übernahme von Hussel, Arko und Eilles durch Viba Sweets erfolgte nach der Insolvenz der Deutschen Confiserie Holding, die Anfang Februar 2024 anmelden musste. Die drei Geschäfte hatten bereits 2021 aufgrund der Coronakrise eine Insolvenz in Eigenregie beantragt. Von den 200 Standorten sollten etwa 40 nicht erhalten bleiben, was die angespannte Situation im Einzelhandel widerspiegelt.

Das Marktplatz-Center weist derzeit eine Leerstandsquote von etwa drei bis vier Prozent auf, was im bundesweiten Vergleich als guter Wert gilt. Diese stabilen Zahlen stehen jedoch im Kontrast zu den allgemeinen Herausforderungen, denen Einzelhändler, insbesondere in Innenstädten, gegenüberstehen. Während der Coronapandemie wurden der deutschen Volkswirtschaft ökonomische Verluste von rund 350 Milliarden Euro zugefügt. In diesem Zeitraum sank die Passantenzahl in deutschen Innenstädten dramatisch, was sich negativ auf den Umsatz auswirkte.

Einzelhandel im Wandel

Seit der Coronapandemie hat der innerstädtische Einzelhandel erhebliche Veränderungen durchlebt. Im Jahr 2020 sank die Zahl der Passanten von 266 Millionen im Jahr 2019 auf nur 180 Millionen. Trotz dieser Rückgänge konnte der Umsatz im Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeuge) im Jahr 2020 um 5,7 Prozent und im Jahr 2021 um 8,7 Prozent im Vergleich zu 2019 steigen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass viele Einzelhändler während der Pandemie ihre Strategien anpassen mussten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Attraktivität der Innenstädte könnte durch die Schließungen und die sinkenden Passantenzahlen weiter abnehmen. Eine zunehmende Nutzung des Onlinehandels führt dazu, dass zahlreiche stationäre Händler unter Druck geraten und einige sogar aufgeben mussten. Der offene Brief namhafter Lebensmitteleinzelhändler an die Politik thematisierte bereits die Existenzsorgen des Nonfood-Handels, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht.

In Neubrandenburg und darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für den Einzelhandel entwickeln wird und welche neuen Konzepte in den Geschäften und Centern eingeführt werden, um den Herausforderungen erfolgreich entgegenzutreten.