Die Neubrandenburger Justiz hat eine Straftatenserie beendet, die sich über einen Zeitraum von neun Monaten erstreckte und von erheblichem Widerstand gegen Polizisten geprägt war. Zwei Männer, ein 45-Jähriger und ein 38-Jähriger, standen im Zentrum der Vorwürfe, die Beleidigung, Widerstand, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Diebstahl umfassten. Die Vorfälle begannen mit einem Einbruch in die Wohnung eines Bekannten der Männer, der die Polizei über das Verhalten der beiden informierte. Dieser konnte rechtzeitig fliehen, während die Angeklagten randalierten und dabei Möbel beschädigten, berichten nordkurier.de.
Der Haupttäter, der 45-jährige Beschuldigte, starb zwei Tage vor dem geplanten Prozess. Trotzdem fand die Gerichtsverhandlung statt, in der der 38-Jährige zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt wurde. Während des Vorfalls im Juli 2024 hatten beide Männer Alkohol konsumiert und gingen anschließend in einen Supermarkt, wo sie eine Verkäuferin beleidigten und versuchten, eine Flasche Schnaps zu stehlen. Beide hatten ein Hausverbot in dem Markt und waren stark alkoholisiert: Der 45-Jährige wies einen Alkoholwert von über 2,4 Promille auf, während der 38-Jährige rund 2 Promille hatte.
Konfrontation mit der Polizei
Im Supermarkt wurden die Männer von der Polizei angehalten, als sie eine Flasche Alkohol stehlen wollten. Die Beamten mussten körperliche Gewalt anwenden, um die beiden unter Kontrolle zu bringen. Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass die Männer nicht nur die Polizisten bedrohten und beleidigten, sondern der 45-Jährige zudem rassistische Parolen rief, was zu einer Anzeige wegen Volksverhetzung führte. Laut den Berichten benötigten die Polizisten Handschellen, um die Männer zu bändigen, die sich weiterhin aggressiv verhielten.
Die Verhandlung gegen den 38-Jährigen sah eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro vor. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von acht Monaten gefordert, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Die strafrechtlichen Probleme der Männer sind nicht nur ein Einzelfall, sondern spiegeln ein weit verbreitetes Problem im Umgang mit Alkohol in Deutschland wider, wie diverse Statistiken belegen. Laut Informationen der DHS zeigen, dass im Jahr 2018 in Deutschland 3 Millionen Erwachsene an alkoholbezogenen Störungen litten.
Gesamtgesellschaftliches Problem
Alkoholkonsum verursacht erhebliche gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Probleme. Besonders besorgniserregend ist, dass 7,9 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form konsumieren. Der Durchschnittsverbrauch an Reinalkohol pro Kopf betrug im Jahr 2020 10,0 Liter, was Deutschland im internationalen Vergleich zu einem der Länder mit dem höchsten Konsum macht. Diese Tatsachen sind zu bedenken, wenn man die Schwere der Vorwürfe gegen die beiden Männer in Neubrandenburg betrachtet.