Am 22. Januar 2025 wurde an der Universität Rostock feierlich das Zentrum für regionale Geschichte und Kultur Mecklenburgs gegründet. Das neue Zentrum, auch bekannt als Zentrum Mecklenburg, hat sich das Ziel gesetzt, die Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken.
Die thematischen Schwerpunkte des Zentrums umfassen die Geschichte des Landes, die niederdeutsche Sprache sowie die mecklenburgische Literatur. Ein besonderer Fokus liegt auf der Digitalisierung von Wissen und der Anwendung moderner Standards im Forschungsdatenmanagement. Während der Gründungsfeier kamen verschiedene Persönlichkeiten zu Wort, darunter Professor Hans-Jörg Karlsen, der Dekan der Philosophischen Fakultät, und Bettina Martin, die Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten.
Einbindung von Bürgern und Initiativen
Das Zentrum plant, die Öffentlichkeit stärker einzubeziehen. Ein wichtiges Anliegen ist die Citizen Science-Initiative, bei der Bürger aktiv in Forschungsprojekte eingebunden werden. Weiterhin soll die universitäre Ausbildung von Multiplikatoren unterstützt werden. Forschungsprojekte zur Landeskunde Mecklenburgs wurden ebenfalls vorgestellt und mit einer musikalischen Darbietung des Gesangsensembles „Stella nostra“ aus Berlin, das mittelniederdeutsche Weihnachtslieder präsentierte, untermalt.
Das Zentrum Mecklenburg wird eng mit mehreren Institutionen kooperieren, darunter das Institut für Germanistik, das Historische Institut, die Universitätsbibliothek und die Wossidlo-Forschungsstelle. Diese Partnerschaften sind entscheidend, um die regionale Diversität und die Fragen der kulturellen Identität in Mecklenburg-Vorpommern zu bearbeiten. Wie die Universität Rostock betont, wird die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der Region eine zentrale Rolle spielen, um gemeinsame historische Themen zu erforschen.
Digitalisierung als Schlüsseltechnologie
Die Digitalisierung stellt einen wichtigen Aspekt der zukünftigen Arbeit des Zentrums dar. Diese Entwicklung ist Teil eines übergeordneten Trends, der die Digitalisierung von Kulturgut in Deutschland vorantreibt. Gemäß einem Beitrag von Deutsche Digitale Bibliothek wurden in den letzten Jahren verschiedene Digitalisierungsstrategien entwickelt, die eine zeit- und ortsunabhängige Nutzung des kulturellen Erbes ermöglichen.
Bereits im Jahr 2014 wurde in Baden-Württemberg eine Digitalisierungsstrategie für urheberrechtsfreies Kulturgut veröffentlicht, die auf die wissenschaftliche Relevanz von digitalisierten Inhalten abzielt. Dies könnte als Modell für ähnliche Ansätze in Mecklenburg-Vorpommern dienen, besonders in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und lokalen Institutionen.
Die Gründung des Zentrums für regionale Geschichte und Kultur Mecklenburgs stellt somit einen bedeutenden Schritt dar, um das kulturelle Erbe der Region zu wahren und es zugleich durch eine moderne digitale Infrastruktur für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Interessierte Bürger und Institutionen sind eingeladen, sich an den Entwicklungen des neuen Zentrums zu beteiligen und sich über die regionale Geschichte und Kultur auszutauschen.