Langsam wird das Thema Nachhaltigkeit auch im Bereich der Menstruationsprodukte immer wichtiger. Viele Menschen können sich monatlich keine neuen Periodenprodukte leisten, während herkömmliche Tampons und Binden enorme Mengen an Abfall produzieren. In Deutschland werden jährlich Milliarden Einwegprodukte für die Periode verbraucht, die oft mit schwer recycelbaren Plastikstoffen versehen sind. Dies führt nicht nur zu einem massiven Müllproblem, sondern auch zur Belastung der Umwelt durch Mikroplastik, das aus Periodenprodukten ins Wasser gelangt und häufig an Stränden gefunden wird, wie ecofreundin berichtet.
In Anbetracht dieser Umweltauswirkungen gewinnen nachhaltige Alternativen zunehmend an Bedeutung. Produkte wie Menstruationstassen, Stoffbinden und Periodenunterwäsche werden immer beliebter. Diese Alternativen sind nicht nur umweltschonend, sondern bieten auch eine kostengünstigere Lösung auf lange Sicht. Eine Frau benötigt im Laufe ihres Lebens etwa 17.000 Tampons oder Binden, was zu erheblichen Kosten von etwa 3.360 Euro über 40 Jahre führt, so rosenheim24.
Nachhaltige Periodenprodukte im Detail
Die am häufigsten genutzten nachhaltigen Optionen sind:
- Menstruationstasse: Aus medizinischem Silikon, wiederverwendbar und hält bis zu 10 Jahre. Sie reduziert Müll und ist langfristig günstiger, erfordert aber Übung für die Anwendung und regelmäßige Reinigung.
- Stoffbinden: Aus saugfähigen Stoffen wie Baumwolle oder Bambus. Sie sind umweltfreundlich und langlebig, erfordern jedoch regelmäßiges Waschen und eine höhere Anfangsinvestition.
- Periodenunterwäsche: Sieht aus wie normale Unterwäsche und hat spezielle Schichten zur Flüssigkeitsaufnahme. Sie ist einfach in der Handhabung, muss aber gewaschen werden und ist oft teurer.
- Naturschwämme: Biologisch abbaubar und wiederverwendbar, können jedoch Bakterien ansammeln und bieten ein ungewohntes Tragegefühl.
Ein weiterer Aspekt sind die biologisch abbaubaren Tampons oder Binden, die eine Möglichkeit für nachhaltige Alternativen darstellen, ohne ganz auf Einwegprodukte verzichten zu müssen. Dennoch sind auch sie nicht ohne Nachteile, wie einhorn feststellt.
Umweltbilanz von Periodenprodukten
Eine neue Ökobilanz-Studie von Einhorn hat die Umweltfreundlichkeit von Menstruationstassen im Vergleich zu herkömmlichen Wegwerfprodukten analysiert. Dabei wurde untersucht, inwiefern sich die Produkte in den Kategorien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung und Verwertung unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen, dass Menstruationstassen in nahezu allen Umweltkategorien einen geringeren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Insbesondere während der Nutzungsphase entstehen über 95% des ökologischen Fußabdrucks, hauptsächlich durch die Reinigung der Tasse. Im Vergleich zu konventionellen Tampons und Binden spart die Menstruationstasse 63% bis 79% umweltschädlicher Klimagase pro Jahr.
Die Studie durfte auf eine unabhängige Begleitung zählen und zeigt, dass biologisch abbaubare Tampons tendenziell besser abschneiden als konventionelle. Dennoch bleibt die Auswahl des richtigen Periodenprodukts eine individuelle Entscheidung, die von persönlichen Vorlieben, Lebensstil und Menstruationsstärke abhängt.
Die Diskussion um nachhaltige Periodenprodukte ist wichtiger denn je und wird in Zukunft vermutlich weiter an Bedeutung gewinnen. Die Suche nach umweltfreundlichen, kostengünstigen und gesundheitlich unbedenklichen Optionen bietet viel Potenzial für positive Veränderungen.