Am 9. Januar 2025 führten Elon Musk und Alice Weidel, die prominente Politikerin der Alternative für Deutschland (AfD), ein Live-Gespräch auf der Plattform X. Dieses über eine Stunde dauernde Gespräch erregte weltweit Aufsehen und zog rund 200.000 Zuschauer an. Musk, der bereits zuvor seine Unterstützung für die AfD geäußert hatte, ermunterte die Deutschen, die Partei bei den bevorstehenden Wahlen zu unterstützen und bezeichnete Weidel als die „führende Kandidatin, um Deutschland zu leiten“.

In der Diskussion kritisierte Weidel die Politik der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf. Sie bezeichnete Merkel als „erste grüne Kanzlerin“ und sprach sich vehement gegen den Atomausstieg und die Energiewende aus, wobei sie diese Entscheidungen als „wirtschaftlichen Schaden“ für Deutschland darstellte. Dabei meinte sie, der Atomausstieg habe „das Rückgrat der Energiepolitik ruiniert“ und die hohen Strompreise in Deutschland seien eine Belastung für die Bürger. Muss stationierte auch, dass die Ampel-Regierung 2022 den Atomausstieg bis April 2023 hinauszögerte, um die Stromversorgung zu sichern.

Kontroversen um Geschichtsdarstellung

Ein besonders umstrittener Punkt des Gesprächs war Weidels Behauptung, dass Adolf Hitler als „Kommunist“ zu betrachten sei und dass die Nationalsozialisten sozialistische Ideen vertreten hätten. Diese Darstellung wird von der Mehrheit der Geschichtsforschung infrage gestellt, da der Nationalsozialismus auf einer völkischen Identität beruhte. Weidel und Musk diskutierten außerdem hitzig über Themen wie Bildungspolitik, wobei Weidel kritisierte, dass Schüler in Deutschland hauptsächlich „Genderstudien“ lernten, während sie in internationalen Vergleichen wie der Pisa-Studie in Mathematik und Naturwissenschaften schlechte Leistungen erbrachten.

Das Gespräch bot auch einen Einblick in Musks zukünftige Pläne. Er sprach über seine Vision zur Besiedlung des Mars, mit einer unbemannten Mission in zwei Jahren und einer bemannten Mission in vier Jahren. Im Kontext der Errettung der Menschheit durch Mars-Begeher verglich Musk diese Mission mit der Rolle der USA im Zweiten Weltkrieg. Zudem betonte er seine Offenheit für die Idee eines höheren Wesens, während Weidel sich in der Diskussion als gläubig äußerte.

Politische Auswirkungen und Reaktionen

Die Verbindung zwischen Musk und der AfD sorgt für Aufregung in der deutschen Politik. Während einige Parteien, insbesondere die Grünen, eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließen, zeigt die AfD aktuell Umfragewerte, die sie als zweitstärkste Kraft in Deutschland positionieren. Experten warnen vor der potenziellen Einflussnahme der AfD, während Weidel die Partei als „konservativ“ und „libertär“ beschreibt, sowie gegen eine vermeintliche Verzerrung durch die Massenmedien wettert.

Musks Engagement wird von einigen Politikern, darunter Olaf Scholz, kritisiert, der sich als „cool“ über die Angriffe äußerte. Weidels Sprecher hat betont, dass es einen regelmäßigen Kontakt zwischen Weidels Team und Musks Umfeld gebe, was die Nähe zwischen diesen beiden polarisierenden Figuren weiter unterstreicht.

Insgesamt zeigt dieses Ereignis, wie bedeutend digitale Plattformen in der modernen politischen Kommunikation geworden sind und wie sie zur Verbreitung bestimmter Narrativen und Ideologien beitragen können. Beobachter werden genau verfolgen, welche Auswirkungen dieses Gespräch auf die kommenden Wahlen in Deutschland haben wird.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, siehe Ruhr24, BBC News und ZDF.