Im oberbayerischen Murnau steht ein 57-jähriger russischer Staatsbürger wegen Mordes an zwei ukrainischen Soldaten vor dem Landgericht München II. Die Anklage ist das Ergebnis einer brutalen Tat, die sich im April 2022 ereignete, als der mutmaßliche Täter die beiden Männer mit einem Messer erstach. Diese beiden Soldaten, 23 und 36 Jahre alt, befanden sich in Deutschland zur medizinischen Rehabilitation, nachdem sie im Krieg verwundet worden waren. Der Vorfall geschah während eines Streits, der an einem Sitzrondell in Murnau begann, wo die Männer alkoholische Getränke konsumierten und in eine leidenschaftliche Diskussion über die Situation in der Ukraine gerieten. Laut PNP kam der Streit auf, weil der Angeklagte sich „in seinem Nationalstolz verletzt“ fühlte und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine befürwortete.

Die Spezialabteilung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) hat die Ermittlungen übernommen, da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen wird. Die Generalstaatsanwaltschaft München führt die Ermittlungen, die eng mit den potenziellen politischen Hintergründen der Tat verknüpft sind. Der zuständige Staatsanwalt stellte bereits fest, dass aufgrund der Umstände und der Vorbeziehung zwischen dem Angeklagten und den Opfern ein politisches Motiv als möglich erachtet wird. Die beiden ukrainischen Soldaten kannten den mutmaßlichen Mörder lose von früheren Begegnungen.

Der Verlauf der Tat

Der Vorfall ereignete sich an einem Samstagabend im April 2022 auf dem Gelände eines Einkaufszentrums in Murnau. Das ältere Opfer starb noch am Tatort, während das jüngere Opfer wenige Stunden später im Krankenhaus verstarb, trotz sofortiger Reanimationsversuche. Obduktionen der beiden Männer ergaben, dass die schweren Stichverletzungen der Hauptgrund für ihren Tod waren. Der Angeklagte, der seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland lebt, wurde direkt nach der Tat festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

Für den Prozess sind bisher sieben Verhandlungstage bis zum 27. Februar 2024 angesetzt, die alle darauf abzielen, die genauen Umstände und Hintergründe der Tat zu klären.

Politisch motivierte Kriminalität in Deutschland

Die brutale Tat in Murnau wirft ein Schlaglicht auf das Thema politisch motivierte Kriminalität in Deutschland. Im Jahr 2023 wurden laut Statista insgesamt rund 60.000 politisch motivierte Straftaten registriert, ein Höchststand in der Geschichte der Bundesrepublik. Extremistische Handlungen zielen darauf ab, die staatliche Verfassung zu destabilisieren, was sich auch in der zunehmenden Zahl solcher Vorfälle niederschlägt.

Die Ermittlungen in diesem Fall könnten Teil eines größeren Trends sein, der zeigt, dass politisch motivierte Ausländerkriminalität in den letzten Jahren zugenommen hat. Vor allem rechts- und linksextreme Straftaten haben einen alarmierenden Anstieg erfahren, wobei die Statistiken zeigen, dass 2023 etwa 6.630 Straftaten aufgrund ausländischer Ideologie begangen wurden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, die sozialen und politischen Spannungen, die zu solchen Gewalttaten führen können, weiterhin zu beobachten und zu analysieren.

Die Themen Extremismus und politisch motivierte Kriminalität bleiben somit von höchster Relevanz, nicht nur für die Ermittlungsbehörden, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Die Aufarbeitung und Diskussion um diesen Mordfall könnte wesentliche Einblicke in die Dynamik von Gewalt und Vorurteilen in Zeiten politischer Unruhen bieten.