Am Mittwoch kam es in einem Park in Aschaffenburg zu einer erschütternden Messerattacke, bei der ein zweijähriger Junge und ein 41-jähriger Deutscher getötet wurden. Drei weitere Personen, darunter ein zweijähriges Mädchen aus Syrien und ein 72-jähriger Mann, wurden verletzt. Eine 59-jährige Erzieherin zog sich während der Flucht eine Armverletzung zu. Der Tatverdächtige, ein 28-jähriger Afghan, wurde kurz nach der Tat festgenommen und soll am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Das verwendete Messer wurde sichergestellt, und erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Angriff gezielt eine Kindergartengruppe traf. Der 41-Jährige hatte versehentlich mutig eingegriffen, um die Kinder zu schützen, was ihn das Leben kostete. Der Vorfall hat vielfältige Reaktionen aus dem politischen Spektrum ausgelöst – von Bundeskanzler Olaf Scholz über den CDU-Chef Friedrich Merz bis hin zu FDP-Fraktionschef Christian Dürr, die alle auf eine zügige Klärung drängten.

Bereits vor dem Vorfall war der Verdächtige als ausreisepflichtig gemeldet, hatte aber noch in Deutschland verweilt, da ein Dublin-Verfahren nicht rechtzeitig abgeschlossen wurde. Sein Asylantrag war im November 2022 gestellt worden, jedoch wurde das Verfahren erst im Dezember 2024 abgeschlossen, nachdem der Mann versuchte, das Land zu verlassen. Die Vorgeschichte des Verdächtigen ist besorgniserregend: Er war bereits dreimal wegen Gewalttaten auffällig geworden und hatte Zeit in psychiatrischer Behandlung verbracht. Über eine mögliche radikale Gesinnung liegen bisher keine Hinweise vor, was die öffentliche Debatte um das Tatmotiv zusätzlich befeuert.

Reaktionen aus der Politik

Die Vorfälle in Aschaffenburg haben nicht nur eine Welle des Entsetzens ausgelöst, sondern auch zu politischen Forderungen nach mehr Sicherheit und präventiven Maßnahmen geführt. Scholz kündigte an, die Hintergründe des Übergriffs schnell aufzuklären und nötige Konsequenzen zu ziehen. Merz und Dürr wiesen darauf hin, dass ein Treffen der Innenminister nötig sei, um auf solche Gewalttaten angemessen zu reagieren. Die Erinnerung an einen ähnlichen tödlichen Messerangriff in Würzburg im Juni 2021, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, wird in diesem Zusammenhang besonders lebhaft. Solche Vorfälle bestärken die Argumentationen für ein verstärktes Handeln gegen Messerkriminalität.

Messerkriminalität im Kontext

Die Messerattacke in Aschaffenburg reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein: Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) stieg die Gesamtzahl der Messerangriffe in Deutschland zwischen 2022 und 2023. Allein bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung gab es einen Anstieg von 9,7%, während bei Raubdelikten ein Anstieg von 16,6% verzeichnet wurde. Auch die Gesamtzahl der Körperverletzungen stieg um 6,8% und Raubdelikte um 17,4%. Diese Zunahme ist möglicherweise auf den Wegfall der Corona-Beschränkungen, die Probleme der inflationären wirtschaftlichen Lage sowie auf migratorische Herausforderungen zurückzuführen.

Besonders auffällig ist die Überrepräsentation ausländischer Tatverdächtiger: In Bundesländern,