In Aschaffenburg ereignete sich am 22. Januar 2025 ein tragischer Messerangriff, bei dem ein zwei Jahre alter Junge und ein 41-jähriger Mann ihr Leben verloren. Der 28-jährige Verdächtige, ein Afghane, wird heute einem Haftrichter vorgeführt. Die Tat fand unvermittelt im Schöntal-Park statt, wo eine Kindergartengruppe gezielt angegriffen wurde. Der Täter wurde nach zwölf Minuten von der Polizei festgenommen, nachdem Passanten ihn verfolgt hatten. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde sichergestellt. Tatort- und Zeugenbefragungen sind im Gange, um den Ablauf des Verbrechens zu rekonstruieren. Die Ermittler schließen einen islamistischen Hintergrund aus und weisen darauf hin, dass psychische Erkrankungen wahrscheinlich vorliegen.
Der 28-jährige Verdächtige war vor dem Vorfall in psychiatrischer Behandlung und in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen. Seit seinem Deutschlandaufenthalt im Jahr 2022 hatte er ein abgebrochenes Asylverfahren und war ausreisepflichtig, nachdem sein Asylantrag am 11. Dezember 2024 eingestellt wurde. Im Dezember bekam er einen Betreuer zugewiesen, nach wiederholten Auffälligkeiten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung und Drogenvergehen. Innenminister Joachim Herrmann von der CSU äußerte, dass der Täter „unvermittelt und gezielt“ handelte und forderte eine Prüfung der Maßstäbe zur Unterbringung psychisch kranker Gewalttäter.
Die Reaktionen
Die Politik reagiert mit Entsetzen. Bundeskanzler Olaf Scholz forderte eine umfassende Aufklärung der Tat. Der FDP-Chef Christian Lindner sprach von einem „veritables Staatsversagen“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte eine „Vollbremsung bei der Migration“, während Friedrich Merz von der CDU die Notwendigkeit betonte, Recht und Ordnung wiederherzustellen. Die AfD verlangt gar konsequente Abschiebungen ausreisepflichtiger Migranten. Angesichts der aktuellen Geschehnisse wird die Diskussion über die Überlastung der Behörden und die Verantwortung für die Integration von Geflüchteten neu entfacht.
In Aschaffenburg sind bereits Gedenkveranstaltungen für die Opfer in Planung, darunter ein stilles Gedenken und ein Gedenkgottesdienst. Oberbürgermeister Jürgen Herzing appellierte an die Bürger, Besonnenheit und Zusammenhalt zu wahren. Außerdem wurden drei weitere Verletzte registriert: ein zwei Jahre altes Mädchen, ein 61-jähriger Mann und eine Erzieherin. Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr.
Die Situation der Geflüchteten in Deutschland
Der Vorfall beleuchtet ein größeres Problem im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung von Geflüchteten in Deutschland. Laut Informationen sind in Deutschland bis Ende 2022 über eine Million Menschen vor den russischen Angriffen in der Ukraine geflohen und die Versorgungslage ist angespannt. Insbesondere Kinder und Jugendliche, von denen 42 Prozent unter den gewaltsam Vertriebenen sind, benötigen dringend psychologische Unterstützung. Studien zeigen, dass 30 bis 50 Prozent der geflüchteten Personen an Traumafolgestörungen leiden könnten, doch der Zugang zu psychotherapeutischen Leistungen ist oft erschwert. Wartezeiten von mehreren Monaten sind üblich, und in den ersten 18 Monaten erhalten Schutzsuchende nur Gesundheitsleistungen für akute Erkrankungen.
Diese Umstände werfen die Frage auf, wie effektiv die Versorgung von psychisch kranken Menschen in Deutschland ist, insbesondere in Hinblick auf die Integration und das Wohlergehen von Geflüchteten. Das Thema hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, als die Zahl der Schutzsuchenden stetig anstieg.
Der Vorfall in Aschaffenburg hat nicht nur tragische Folgen für die betroffenen Familien, sondern stellt auch die politische Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit in der Gesellschaft und der angemessenen Betreuung von psychisch erkrankten Menschen in den Fokus.
Weitere Informationen zu den Hintergründen des Vorfalls und den aktuellen Entwicklungen finden Sie in den Artikeln von Tagesschau, BR und BZGA.