Am 12.03.2025 wurden in Stralsund besorgniserregende Werte der Luftqualität gemeldet. Die Messstation am Knieperdamm erfasste einen Feinstaubwert (PM10) von 38 µg/m³, was den Grenzwert von 50 Partikeln pro Kubikmeter nicht überschreitet, aber dennoch in den roten Bereich des Luftqualitätsindexes (LQI) fällt, der die Luftqualität als „schlecht“ einstuft. Laut Ostsee-Zeitung sollten Risikogruppen körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden.

Die Luftqualität in Stralsund wird anhand von drei Hauptwerten gemessen: Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon. Die Grenzwerte sind klar definiert. Bei „sehr schlechter“ Luft sind die Grenzwerte für Stickstoffdioxid >200 µg/m³, für Feinstaub >100 µg/m³ und für Ozon >240 µg/m³. Für „schlecht“ gilt ein Stickstoffdioxid-Wert von 101-200 µg/m³, Feinstaub 51-100 µg/m³ und Ozon 181-240 µg/m³. In einem aktuellen Bericht der News.de wird zudem auf die hohen Feinstaubwerte in den letzten Monaten hingewiesen, wobei der höchste Wert am 12. Februar 2025 mit 42 µg/m³ gemessen wurde.

Gesundheitliche Auswirkungen von Luftschadstoffen

Die gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung sind erheblich. Laut dem Umweltbundesamt kann Feinstaub insbesondere die Atemwege schädigen und zu Schleimhautreizungen sowie Entzündungen führen. Ultrafeine Partikel, die in das Lungengewebe und den Blutkreislauf eindringen, verstärken die gesundheitlichen Risiken erheblich. Es wird geschätzt, dass jährlich rund 240.000 vorzeitige Todesfälle in der EU auf Feinstaub zurückzuführen sind, was die Dringlichkeit einer Verbesserung der Luftqualität verdeutlicht.

Empfehlungen bei schlechter Luftqualität variieren je nach den gemessenen Werten. Bei „schlechter“ Luft sollten empfindliche Personen anstrengende Tätigkeiten im Freien vermeiden. Bei „mäßiger“ Luftqualität hingegen sind kurzfristige gesundheitliche Auswirkungen unwahrscheinlich, jedoch bleibt ein Risiko bei langfristiger Exposition. Bei „guter“ Luftqualität sind keine gesundheitsschädlichen Wirkungen zu erwarten, während „sehr gute“ Luft ideale Bedingungen für Aktivität im Freien bietet.

Einfluss von Wetter und saisonalen Faktoren

Ein interessanter Aspekt ist der Einfluss von wetterbedingten Faktoren auf die Feinstaubbelastung. So kann diese vor allem nach besonderen Ereignissen wie dem Silvesterfeuerwerk steigen, wobei geschätzt wird, dass an diesem Tag etwa 2050 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden, von denen 75% in der Silvesternacht entstehen. Dennoch bleibt dieser Anstieg im Vergleich zur ganzjährigen Belastung gering. Die Verteilung von Feinstaub und anderen Schadstoffen wird zudem durch Wetterbedingungen beeinflusst, was die Feinstaubmessungen weiter kompliziert.

Insgesamt zeigt sich, dass die Luftqualität in Stralsund, trotz vergangener Verbesserungen, nach wie vor besorgniserregend ist. Die kontinuierliche Überwachung und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken von Luftschadstoffen sind notwendig, um die Lebensqualität in den Städten zu verbessern.