Bei einem Auswärtsspiel des Fußballvereins Hansa Rostock kam es im Stadion Tivoli in Aachen zu massiven Randalen, die nicht nur das Spielgeschehen überschatteten, sondern auch im Nachgang heftige Diskussionen auslösten. Die Vorfälle, die sich am 18. März 2025 ereigneten, führten dazu, dass rund 700 Sitzschalen aus ihren Verankerungen gerissen und der Gästeblock erheblich verwüstet wurde. Der Gesamtschaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt. Inmitten der Chaoten war auch Felix Voigt, Prokurist der Veranstaltungszentrum Neubrandenburg GmbH (VZN), anwesend, was die Situation weiter komplizierte. Er wird auf einem Pressefoto abgebildet, auf dem er eine zerstörte Sitzschale hält, umringt von Hansa-Fans.
Voigt bestätigte, dass er das Spiel zwischen Hansa Rostock und Alemannia Aachen besucht hatte. Er erklärte, dass während eines Fangesangs Teile von Sitzschalen hochgehoben wurden und er lediglich nach einem herumliegenden Sitzschalenstück griff, um Verletzungen zu vermeiden. Trotz seiner Versuch, sich von den Zerstörungen zu distanzieren, äußert er Bedauern über das Foto, das ihn in einem fragwürdigen Licht zeigt. Er wies vehement zurück, sich aktiv an den Zerstörungen beteiligt zu haben. Übereinstimmenden Berichten zufolge ermittelt die Polizei derzeit nicht gegen ihn.
Politik und Öffentlichkeit in Aufruhr
Die Vorfälle haben in Neubrandenburg eine Diskussion über mögliche Strafanzeigen gegen Voigt ausgelöst. Ratsherr Tim Großmüller erwägt, einen Zeugenhinweis an die Polizei zu geben oder eine Anzeige zu stellen. Gleichzeitig fordert er ein Disziplinarverfahren gegen Voigt und eine fristlose Kündigung seiner Person. Diese kulturellen und politischen Spannungen beziehen sich nicht nur auf den Einzelfall, sondern werfen ein Schlaglicht auf das größere Problem der Fangewalt im Fußball.
In Anbetracht der Randale kommentierte der Vorstand von Hansa Rostock die Vorfälle als „schlechtes Zeugnis“ für den Verein und die Fans. Es handelt sich um ein besorgniserregendes Zeichen in einer Saison, die für den Verein bereits durch den Abstieg gekennzeichnet ist. Diese Art von Verhalten wird zu einem immer größeren Problem im Fußball, insbesondere wenn man die Diskussionen über Fangewalt und deren Auswirkungen betrachtet.
Fangewalt und gesellschaftliche Wahrnehmung
Der Fall von Hansa Rostock und die damit verbundenen Randalen stehen im Kontext einer breiteren Debatte über Fangewalt. Wie eine Analyse zeigt, hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Fußballfans in den letzten Jahren verändert. Von positiv zu negativ, werden viele Fangruppen unter Generalverdacht gestellt, und die gesellschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Statistiken belegen, dass die Zahl der gewaltgeneigten Fans von 9.685 im Jahr 2010/11 auf 11.373 in der Saison 2011/12 anstieg.
Zusätzlich zeigen Statistiken der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), dass im Jahr 2011/12 über 1.142 verletzte Personen in den Profiligen registriert wurden, was die Dimension des Problemes aufzeigt. Trotz eines Rückgangs von Gewalttaten bleibt die Wahrnehmung von Fußball als gewaltaffin bestehen.
Die Diskussion um Fangewalt erfordert nicht nur ein tieferes Verständnis ihrer Ursachen, sondern auch effektive Maßnahmen zur Prävention und Intervention. Ein umfassendes Konzept könnte dabei helfen, die Gewalt im Fußball sowohl im Stadion als auch außerhalb zu reduzieren und das Image des Sports wieder zu verbessern.
Die Vorfälle in Aachen sind ein weiterer Anstoß, um über die Herausforderungen nachzudenken, die sich aus der Fankultur und der Gewalt im Fußball ergeben. Nordkurier berichtet über die Geschehnisse und deren Auswirkungen auf die betroffenen Personen und Institutionen. Weitere Informationen zu der Thematik finden sich auch bei Spiegel und zur allgemeinen Problematik der Fangewalt bei der Bundeszentrale für politische Bildung.