Die jüngsten Ausschreitungen von Fans des FC Hansa Rostock beim Auswärtsspiel gegen Alemannia Aachen werfen sowohl für die betroffenen Akteure als auch für die Stadt Neubrandenburg politische und rechtliche Fragen auf. Wie nordkurier.de berichtet, ist Felix Voigt, Prokurist der Veranstaltungszentrum Neubrandenburg GmbH (VZN), auf Pressefotos zu sehen, wie er eine zerstörte Sitzschale im Aachener Tivoli-Stadion hochhält. Trotz seiner Sichtbarkeit bei den Vorfällen hat Voigt abgestritten, an den Zerstörungen beteiligt gewesen zu sein.
Die Ausschreitungen ereigneten sich während des Spiels, das mit 1:2 für die Rostocker endete. Fans des Vereins eigneten sich Sachbeschädigungen an, was zu einem Schadensausmaß von etwa 50.000 Euro führte. Die Polizei hat Strafanzeige wegen dieser Vorfälle gestellt und Ermittlungen eingeleitet. Tim Großmüller von den Stabilen Bürgern für Neubrandenburg (SBNB) kündigte an, den Vorfall in der Stadtvertretung zu behandeln, wobei eine nicht-öffentliche Sitzung angesetzt ist, die aber auch öffentlich diskutiert werden könnte.
Politische Konsequenzen für Felix Voigt
Voigt könnte nun politischer Ärger drohen, da die Stadtverwaltung sich von seinem Verhalten distanziert hat. Sie betont, dass Voigt keine hoheitlichen Aufgaben für die Stadt wahrnimmt. Großmüller plant, einen Antrag auf ein Disziplinarverfahren und eine fristlose Kündigung für Voigt einzureichen. Zudem könnte er einen Zeugenhinweis an die Polizei geben oder selbst eine Anzeige stellen.
In Reaktion auf die Vorfälle hat der FC Hansa Rostock angekündigt, den Ticketverkauf für Auswärtsspiele einzuschränken. Nur Vereinsmitglieder dürfen Tickets erwerben, wobei jeder Mitglied maximal eine Karte kaufen kann. Diese Maßnahme soll zur Eindämmung von Ausschreitungen beitragen und diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die an den Unruhen beteiligt waren, indem die Kosten für den verursachten Schaden von den Randalierern zurückgeholt werden sollen.
Die Fanszene des FC Hansa Rostock
Die aktive Fanszene des FC Hansa Rostock, die sich überwiegend in der Südtribüne des Ostseestadions versammelt, umfasst zwischen 3.000 und 4.000 Ultras und Supporter bei jedem Heimspiel. Die führende Ultrágruppe, die „Suptras Rostock“, spielt eine zentrale Rolle in der Unterstützung der Mannschaft und ist bekannt für ihre Choreografien und Pyroshows. Bei Auswärtsspielen begleiten häufig zwischen 1.500 und 3.000 Anhänger die Mannschaft.
Die „Suptras“ wurden 2001 gegründet und konnten im Laufe der Jahre nicht nur Fanfreundschaften, wie die zu den Stuttgarter Kickers, sondern auch Rivalitäten, insbesondere mit Dynamo Dresden, aufbauen. Die Fanszene ist weit über die Stadien hinaus bekannt und trägt durch ihre Aktivitäten zur Identität des Klubs bei, egal ob beim Jubeln oder bei weniger erfreulichen Ereignissen wie den jüngsten Ausschreitungen, die nicht nur das Ansehen des Vereins, sondern auch die politische Landschaft der Region betreffen.
Die Situation verdeutlicht, wie sehr die Strukturen im deutschen Fußball von den Fans abhängen und welche Herausforderungen durch impulsives Verhalten entstehen können – sowohl für die Clubs als auch für die Städte und deren Vertretungen.