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Mecklenburg-VorpommernWirtschaft

Neue Hoffnung für Schiffbau in MV: Insolvenzverwalter zieht positive Bilanz

Strukturwandel im Schiffbau: Perspektiven nach der Werftenkrise

Zwei Jahre nach der spektakulären Insolvenz der MV Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund zeigt sich langsam eine Wiederbelebung des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern. An allen drei Standorten beginnt wieder Bewegung in den Schiffbauhallen. Insolvenzverwalter Christoph Morgen zog eine positive Bilanz und betonte, dass die Neuausrichtung an allen Standorten erfolgreicher verlaufen sei als zunächst gedacht. Investoren wie TKMS in Wismar, das Marinearsenal des Bundes, Smulders in Warnemünde und weitere maritime Unternehmen in Stralsund haben die Werften unterstützt.

Besonders erfreulich ist die Fertigstellung eines Kreuzfahrtschiffes in Wismar für den Disney-Konzern, das beinahe verschrottet worden wäre. Die Übernahme durch die Meyer-Werft ermöglichte die Fertigstellung mit 450 Schiffsbauern vor Ort. Auch die Übernahme des Hotels und des Rostocker Schiffbau-Ingenieurbüros Neptun Ship Design sorgt für eine kontinuierliche Weiterführung.

Trotz der Fortschritte haben jedoch nicht alle ehemaligen Mitarbeiter der Werften neue Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden. IG Metall Küste-Chef Daniel Friedrich zeigte sich besorgt, da von den ehemals 3100 Werftarbeitern nur etwa 1300 einen neuen Job im Schiffbau oder der maritimen Wirtschaft gefunden haben. Die Kabinenfertigung, die von Eppendorf übernommen wurde, musste erst kürzlich schließen, was weitere 20 Beschäftigte betrifft.

Die Landesregierung fordert eine Entscheidung über U-Boot-Aufträge, um die Beschäftigungssituation zu stabilisieren. Insbesondere in Stralsund besteht noch Unzufriedenheit aufgrund fehlender Entwicklungskonzepte für den maritimen Gewerbepark. Trotzdem kommt eine gewisse Erleichterung zum Ausdruck, dass der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern noch eine Zukunft hat.

Helena Schmidt

Lebt in Bremerhaven und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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