Ab Donnerstag, den 12. März 2025, beginnt in Mecklenburg-Vorpommern eine Welle von Warnstreiks im öffentlichen Dienst und im öffentlichen Personennahverkehr. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Verdi hat zu den Arbeitsniederlegungen in verschiedenen Bereichen wie Bürgerbüros, Kfz-Zulassungsstellen und anderen Verwaltungsdienstleistungen aufgerufen. Diese Protestmaßnahmen sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen, die am Freitag in Potsdam in die dritte Runde gehen. Verdi setzt sich für eine Lohnerhöhung von 8 Prozent oder mindestens 350 Euro pro Monat ein, was die Arbeitgeber als unrealistisch empfinden. Der bestehende Tarifvertrag im öffentlichen Dienst endet am 31. Dezember 2024, und eine Einigung ist dringend erforderlich, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
In vielen Städten Mecklenburg-Vorpommerns, darunter Rostock, Neubrandenburg und Schwerin, werden die Auswirkungen der Streiks spürbar sein. Die Stadtverwaltung und die Stadtwerke in Rostock sind ebenso betroffen wie der Straßenbahn- und Busverkehr in Schwerin und Rostock, wo sämtliche Fahrten ausfallen. Die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft erwartet massive Beeinträchtigungen im Linienverkehr, einschließlich des Schülerverkehrs. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung in MV sind an einem durchschnittlichen Tag mobil, und etwa 56 Prozent der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt.
Teilnehmerzahlen und weitere Störungen
Verdi rechnet mit mindestens 1400 Teilnehmern bei einer landesweiten Kundgebung in Rostock. Diese Demonstrationen sind ein Versuch, Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, da die zweite Verhandlungsrunde am 17. und 18. Februar 2025 ohne Ergebnis blieb. Sicherheitsdienste wurden engagiert, nachdem es in der letzten Zeit zu besorgniserregenden Vorfällen kam, darunter Anschlagsdrohungen gegen Gewerkschaften. Ein schwerer Vorfall ereignete sich kürzlich in München, als ein Fahrzeug in einen Streikzug fuhr und mindestens 28 Menschen verletzte.
Die Anzahl der Angestellten, die von den Tarifverhandlungen betroffen sind, beläuft sich auf rund 2,3 Millionen bei Bund und Kommunen. Auch die Tariferhöhungen im Rahmen des Tarifvertrags für die Länder (TV-L), die am 1. Februar 2025 in Kraft traten und eine Laufzeit von 25 Monaten haben, stehen in Verbindung mit den aktuellen Forderungen. Der TV-L sieht eine Entgeltsteigerung von 5,5 Prozent sowie eine Inflationsprämie von 3000 Euro vor, was für viele Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst eine wichtige Verbesserung darstellt.
Ausblick auf die kommenden Verhandlungen
Die nächste Tarifrunde für den öffentlichen Dienst ist bereits für Mitte März 2025 anberaumt. Gewerkschaften werden außerdem darauf drängen, höhere Zuschläge für belastende Tätigkeiten, zusätzliche freie Tage und flexiblere Arbeitszeitgestaltungen im neuen Vertrag festzuschreiben. Die Verhandlungen sind geprägt von der kritischen wirtschaftlichen Lage, dem Personalmangel und den hohen Anforderungen im öffentlichen Dienst.
Es bleibt abzuwarten, ob die Warnstreiks und die bevorstehenden Verhandlungen zu einem Konsens führen können oder ob sich die Proteste weiter intensivieren. Trotz der angespannten Situation ist es entscheidend für das Wohl der Bürger, dass grundlegende Dienstleistungen weiterhin aufrechterhalten werden können.