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Mecklenburg-Vorpommern

Kirchenmitgliedschaft in Deutschland rückläufig: Historischer Mitgliederverlust bei Evangelischer Kirche

Der schwindende Einfluss der Kirche: Warum verlieren die evangelischen Kirchen Mitglieder im Norden?

Im vergangenen Jahr verlor die Evangelische Kirche in Deutschland bundesweit rund eine halbe Million Mitglieder, was einen historischen Höchststand darstellt. Auch die Landeskirchen im Norden verzeichneten hohe Mitgliederverluste. Laut einer Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland gaben die 20 evangelischen Landeskirchen insgesamt über 593.000 Mitglieder ab, was einem Rückgang von mehr als 3 Prozent entspricht. Dies führt zu einem Rückgang der Einnahmen aus der Kirchensteuer um 5,3 Prozent auf 5,91 Milliarden Euro. Die amtierende EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs betonte die Tatsache, dass die Kirche kleiner und finanziell weniger ausgestattet sein wird.

Auch die Nordkirche verlor im vergangenen Jahr eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern. Mit einem Verlust von 64.322 Mitgliedern, was einem Rückgang von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, zählt sie nun insgesamt 1.708.631 Mitglieder. Besonders hervorzuheben ist, dass mehr Menschen aus der Kirche ausgetreten sind als verstorben (rund 47.000 im Vergleich zu 34.500). Die meisten Mitglieder leben in Schleswig-Holstein, gefolgt von Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Nordkirche umfasst Landeskirchen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Des Weiteren verzeichneten auch die Landeskirchen in Niedersachsen erhebliche Mitgliederverluste im vergangenen Jahr. Die evangelisch-lutherische Kirche Oldenburg verlor rund 10.600 Mitglieder, was einem Rückgang von etwa 2,8 Prozent entspricht. Vor allem junge Menschen distanzierten sich von der Kirche, während einige aufgrund gestiegener Preise die Kirchensteuer einsparen wollten. Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig verzeichnete einen Mitgliederrückgang von rund 3,4 Prozent, während die Landeskirche Hannover von etwa 3 Prozent sprach. Dies bedeutet, dass die Kirche in Zukunft mit weniger finanziellen Mitteln auskommen muss.

Es sei darauf hingewiesen, dass die evangelischen Freikirchen nicht in die von der EKD veröffentlichten Mitgliederzahlen eingerechnet sind. Details zu den aktuellen Mitgliederzahlen der 27 katholischen Bistümer in Deutschland werden erst im Sommer veröffentlicht.

Helena Schmidt

Lebt in Bremerhaven und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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