Die Grünen im Schweriner Landtag setzen sich für eine Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung in Mecklenburg-Vorpommern ein. Sie fordern, dass die Landesregierung sich an den Kosten für die Verpflegung beteiligt, um eine bezahlbare und gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten. Dieser Antrag wird am Freitag im Landtag behandelt, wie nordkurier.de berichtet.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wird durch alarmierende Statistiken unterstrichen: In Mecklenburg-Vorpommern leben nahezu 18% der Minderjährigen unterhalb der Armutsgrenze. Dies führt dazu, dass viele Kinder ohne ausreichende Essensversorgung in die Schulen oder Horte kommen. Harald Terpe, der für die Grünen im Landtag sitzt, hebt hervor, dass gesunde Ernährung eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Kindern spielt, und fordert daher verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen.

Übergewicht und Schulessen

Ein nicht unerheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen leidet unter Übergewicht, was mit einer ungesunden Ernährung und einem schlechten Ruf des Schulessens in Verbindung gebracht wird. Der Anteil der Schüler, die in höheren Klassen am Schulessen teilnehmen, liegt landesweit nur bei etwa 50%. In Grundschulen ist die Teilnahme über 70%, jedoch sinkt sie in der 8. Klasse auf nur noch etwa 30%. Um dem entgegenzuwirken, planen Städte wie Rostock ab 2026, Schüler durch eine betriebseigene Küche mit gesundem Mittagessen zu versorgen.

Die Gestaltung kindgerechter Essensräume sowie eine verbesserte Nachmittagsverpflegung sind weitere Punkte, die die Grünen thematisieren. Unterstützung erhalten sie von der Jungen Nordkirche, dem Landesjugendring und der Landesarmutskonferenz. Jana Preuß vom Jugendring betont, dass die Armut unter Kindern ein strukturelles Problem sei, das dringend angegangen werden müsse.

Qualitätsstandards für Schulverpflegung

Im Rahmen der bestehenden Diskussion um die Verbesserung der Essensversorgung ist es wichtig, auf die bestehenden Qualitätsstandards für die Schulverpflegung hinzuweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Auftrag des Bundesernährungsministeriums einen Qualitätsstandard für Schulessen entwickelt, der regelmäßig aktualisiert wird. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berichtet, berücksichtigt dieser Standard verschiedene Aspekte wie Planung, Einkauf, Zubereitung und Ausgabe des Essens.

Die DGE hat herausgefunden, dass eine gesunde Verpflegung nicht teurer sein muss als minderwertige Angebote. Es wird erwartet, dass Schulen eine zentrale Verantwortung für die Verpflegung ihrer Schüler übernehmen. Ein qualitativ hochwertiges Angebot fördert nicht nur die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kinder, sondern auch ihre soziale Bindung und das psychische Wohlbefinden.

Die Grünen plädieren dafür, dass alle demokratischen Fraktionen im Landtag diese Diskussion ernsthaft und lösungsorientiert führen. Die Forderungen nach einer gesunden Verpflegung in Kitas, Schulen, Horten und Jugendfreizeiteinrichtungen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um den Herausforderungen der Kinder- und Jugendarmut zu begegnen.