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Auswirkungen der Privatisierung: Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern in privater Hand

Krankenhaus-Privatisierung: Auswirkungen auf Patienten und Angestellte

In Mecklenburg-Vorpommern befinden sich mehr als die Hälfte der Krankenhäuser in privater Hand, nachdem die Stadt Schwerin im Jahr 2004 ihr Krankenhaus an den Helios Konzern verkaufte. Diese Privatisierung führte zu positiven finanziellen Auswirkungen auf die Stadt Schwerin, da jährlich mehr als 20 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet wurden. Dennoch gab es auch Kritik, insbesondere von der Gewerkschaft ver.di, die sich gegen die Auslagerung bestimmter Bereiche wie Küche und Reinigung aussprach.

Die Auswirkungen der Krankenhausprivatisierung auf die Patienten sind ebenfalls von Bedeutung. Studien zeigen, dass die Qualität der Versorgung in privaten und öffentlichen Krankenhäusern grundsätzlich gleich ist. Jedoch kann die Gewinnmaximierung durch private Träger zu einer stärkeren Kostenorientierung führen. Dies könnte dazu führen, dass in bestimmten Fällen wirtschaftliche Interessen über die optimale Patientenversorgung gestellt werden.

Der Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Jens Placke, betont einen potenziellen Konflikt bei medizinischen Entscheidungen, die durch finanzielle Erwägungen beeinflusst werden könnten. In Anbetracht dessen empfiehlt er den Patienten, eine Zweitmeinung einzuholen, um sicherzustellen, dass ihre medizinische Behandlung im besten Interesse ihrer Gesundheit liegt.

Eine alternative Entwicklung zur Privatisierung von Krankenhäusern ist die Rekommunalisierung, wie sie vom Landkreis Ludwigslust-Parchim durchgeführt wurde. Diese Umkehrung des Privatisierungsprozesses zeigt die Vielfalt der Strategien im Umgang mit der Trägerschaft von Gesundheitseinrichtungen und wirft weiterhin Fragen nach der optimalen Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens auf.

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Helena Schmidt

Lebt in Bremerhaven und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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