In der aktuellen Episode von Maybrit Illner diskutierten prominente Gäste über die deutschen Reaktionen auf die politischen Entwicklungen in den USA, insbesondere unter dem Einfluss von Donald Trump. Die Diskussionsrunde, zu der Jens Spahn, Wolfgang Schmidt, Melanie Amann und Claus Kleber eingeladen waren, widmete sich der Frage: „Trump macht ernst – ist Deutschland diesmal vorbereitet?“ Die Talkrunde fand vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Migrationspolitik Trumps statt, die auch in Deutschland Besorgnis erregt.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war Trumps Einwanderungspolitik, die drastische Maßnahmen ankündigt und eine klare Kante gegen illegale Einwanderung zeigt. Trump hat nicht nur die Abschaffung des Staatsbürgerschaftsrechts für Kinder von „Illegalen“ im Blick, sondern auch eine umfassende Massenabschiebung angekündigt. So sagte Spahn, dass er Verständnis für diese Maßnahmen habe, während Wolfgang Schmidt den rechtlichen Rahmen absteckte, innerhalb dessen Deutschland handeln könne. Die Talkrunde reflektierte auch die Sorgen der Bevölkerung, die sich unter anderem durch den tödlichen Messerangriff eines Afghanen in Aschaffenburg ermutigt fühlt, über die Zuwandererkriminalität Gedanken zu machen. Illner schlüpfte in die Rolle einer besorgten Moderatorin, die vor den Gefahren warnte.

Die Sorgen um Zuwandererkriminalität

Während in der Runde diskutiert wurde, äußerte Jens Spahn Maximalforderungen bezüglich der Asylbeschränkungen. Er ging so weit zu behaupten, dass viele Amerikaner Trumps Vorgehen gegen die Einwanderung unterstützen, da diese als „Masseninvasion“ wahrgenommen wird. Die Realität in den USA zeigt tatsächlich, dass die Einwanderungsdebatte für viele Wähler entscheidend ist, was auch die Migrationsforscherin Ernesto Castanedo kritisch anmerkte. Der Druck auf die Biden-Regierung wächst, die unter seiner Amtszeit auf über 3,2 Millionen gescheiterte Einwanderungsversuche an der Südgrenze zurückblickt.

In der Diskussion kam auch zur Sprache, dass Migranten in westlichen europäischen Gesellschaften zwar unter den Tatverdächtigen überrepräsentiert sind, jedoch die Kriminalität unter Migranten keineswegs der Norm entspricht. Laut einer Analyse sind nur ein kleiner Teil der Migranten straffällig. Oft wird die Kriminalität unter jungen Migranten durch soziale Isolation, konfliktreiche Gemeinschaftsunterkünfte oder belastende Lebenssituationen begünstigt. Verantwortliche in der Runde stimmten darin überein, dass die Integration durch Zugang zum Arbeitsmarkt und Bildung entscheidend für die Verminderung von Kriminalität ist.

Trumps Einfluss auf die politische Debatte

Claus Kleber bemerkte, dass in den USA viele Bürger gegen die massenhaften Abschiebungen von Sans-Papiers sind. Er stellte die Frage in den Raum, wie präsent diese Thematik in Deutschland ist und ob die derzeitige Regierung in Berlin ausreichend Vorbereitung auf die möglichen Auswirkungen Trumps Präsidentschaft getroffen hat. In Bezug auf die Debatte über sichere Herkunftsländer und die rechtlichen Grundlagen merkte Wolfgang Schmidt an, dass Deutschland nicht vollständig abgeriegelt werden könne und dass gleichzeitig das Grundrecht auf Asyl gewahrt bleiben müsse.

Die Sendung endete ohne eine tiefere Auseinandersetzung mit Deutschlands wirklicher Vorbereitung und den bestehenden Herausforderungen, die durch Trumps aggressive Migrationspolitik entstehen könnten.

Die Faktenlage zur Migrationskriminalität in Deutschland zeigt, dass die Kriminalität in den letzten Jahren nicht gestiegen ist, was vielleicht ein Indiz dafür ist, dass trotz der lauten Debatte die Realität differenzierter beurteilt werden sollte. Ein erheblicher Teil der ausländischen Tatverdächtigen hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland, und die Integration von Migranten bleibt eine zentrale Herausforderung, die es verstärkt zu bewältigen gilt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die bevorstehenden Wahlen in den USA und die kleinen Schritte der deutschen Politik in Bezug auf Einwanderungsfragen sowohl Auswirkungen als auch zahlreiche Fragen aufwerfen, die weiterhin intensiv betrachtet und diskutiert werden müssen.

Für detailliertere Statistiken und Analysen, die die Zusammenhänge von Migration und Kriminalität beleuchten, siehe die Berichte von FAZ, Tagesschau und bpb.