In Chemnitz kam es am Dienstagnachmittag, den 19. März 2025, zu einem dramatischen Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Innenstadt. Gegen 15:20 Uhr betraten vier Täter, darunter drei maskierte Personen, das Juweliergeschäft in der Börnichsgasse. Laut Informationen von lvz.de schlug einer der Maskierten unvermittelt auf den Geschäftsinhaber ein, während ein anderer ihn fesselte.
Die bewaffneten Räuber entwendeten Bargeld sowie Schmuck aus einem Tresor und einer Vitrine des Juweliergeschäfts und flüchteten anschließend in Richtung Getreidemarkt. Ein unmaskierter Täter wartete vor dem Geschäft, bevor er in die Innere Kosterstraße in Richtung Theaterstraße flüchtete. Der Geschäftsinhaber konnte sich jedoch aus den Fesseln befreien und verfolgte die Täter. Dabei sah er, wie das Trio in einen grauen Transporter mit polnischen Kennzeichen einstieg. Dieser fuhr dann ebenfalls in Richtung Theaterstraße davon.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei hat umfassende Fahndungsmaßnahmen eingeleitet, die bisher jedoch erfolglos blieben. Der Transporter, der verwendet wurde, hatte ein Kennzeichen, das für ein anderes Fahrzeug in Polen ausgestellt war. Der 44-jährige Geschäftsinhaber wurde bei dem Vorfall leicht verletzt und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, konnte dieses jedoch schnell wieder verlassen, wie mdr.de berichtet.
Die Täter wurden als schwarz gekleidet beschrieben und hatten einen hellhäutigen Teint. Sie waren zwischen 1,70 m und 1,80 m groß und sprachen mit einem osteuropäischen Akzent. Der unmaskierte Täter wies eine kräftige Statur auf, war ebenfalls zwischen 1,70 m und 1,80 m groß und trug Jeans sowie eine Jacke. Er hatte einen Dreitagebart und kurze Haare oder eine Glatze.
Kontext der Juwelierkriminalität
Der Überfall auf den Juwelier kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Juwelier-Warndienst einen Rückgang von Straftaten in der Branche bilanziert. Im Jahr 2021 gab es in Deutschland insgesamt 279 Straftaten und Tatversuche, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht, wie auf blickpunktjuwelier.de zu lesen ist. Seit 2015 zeigen Statistiken einen kontinuierlichen Rückgang von Einbrüchen, Diebstählen und Raub um etwa 60%.
Der Rückgang der Straftaten wird teilweise auf die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns im Handel zurückgeführt. Dennoch bleibt die Branche wachsam, insbesondere nach Überfällen wie dem jüngsten in Chemnitz, der die alten Befürchtungen über die Sicherheit von Juwelieren neu entfacht.
Die Kriminalpolizei Chemnitz ermittelt nun weiter und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0371 387-3448 zu melden.