Malte Burose widmet seine Zeit und Energie der Reinigung von Stolpersteinen in Hannover, mit einem besonderen Fokus auf die Wißmannstraße. Diese Stolpersteine, kleine Messingtafeln von 10×10 cm, erinnern an das schwierige Schicksal der Juden, die in der Simon’schen Stiftung lebten. Burose verfolgt das Ziel, alle 476 Stolpersteine in der Stadt zu reinigen, um die Erinnerung an die NS-Opfer lebendig zu halten. Er beginnt mit der Reinigung, indem er Politurpaste und einen Akkuschrauber mit Polieraufsatz nutzt. Seine ehrenamtliche Arbeit ist Teil eines größeren Engagements für die Erinnerungskultur und Demokratie. Remszeitung berichtet, dass Burose, der als Yogalehrer und Zimmermann tätig ist, mit seiner Initiative auch Brücken zwischen verschiedenen Welten bauen möchte.
Er hat vor einigen Wochen mit dieser wichtigen Arbeit begonnen und liest die Daten der Stolpersteine, um sich an die Geschichte zu erinnern und sicherzustellen, dass solche Gräueltaten nicht vergessen werden. Am 27. März werden in Hannover zehn neue Stolpersteine an sechs Stationen verlegt, was die Bedeutung dieser Gedenkstätten zusätzlich unterstreicht. Der Initiator der Stolperstein-Aktion, Gunter Demnig, hat bereits seit 2007 insgesamt 16 Mal in Hannover Stolpersteine verlegt, um den Opfern Namen und Erinnerung zurückzugeben.
Das Konzept der Stolpersteine
Stolpersteine sind ein bedeutendes Symbol der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Laut Deutschlandfunk gibt es weltweit mittlerweile über 70.000 Stolpersteine, die das größte dezentrale Denkmal in Europa darstellen. Das Projekt, das vor 27 Jahren in Köln begann, zielte darauf ab, an die Nachbarn zu erinnern, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden.
Diese Gedenksteine sind in 24 Ländern verbreitet, darunter auch in Russland, der Ukraine und Tschechien. Besonders in Deutschland gibt es jedoch Widerstände gegen die Verlegung von Stolpersteinen, wie zum Beispiel in München. Die Idee hinter den Stolpersteinen ist es, Geschichten zu individualisieren und mehr Menschen in das Gedenken einzubinden, insbesondere durch Schulprojekte, die sich mit den Biografien der Opfer beschäftigen.
Kritik und Widerstand
Trotz ihrer positiven Absicht gibt es in einigen jüdischen Gemeinden Widerspruch gegen das Konzept der Stolpersteine. Kritiker, darunter Charlotte Knobloch, bringen Bedenken vor, dass die Verlegung als Missachtung der Opfer angesehen werden könnte. Daniel Killy von der Jüdischen Gemeinde Hamburg bezeichnete das Projekt sogar als „Millionen-Geschäft“. Die finanzielle Seite, die sich aus Spenden und der Herstellungskosten von 120 Euro pro Stein zusammensetzt, wirft ebenfalls Fragen auf.
Das Engagement von Malte Burose und gleichgesinnten freiwilligen Helfern leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur, auch wenn die Diskussionen über Stolpersteine anhalten. Historiker kritisieren, dass sie möglicherweise keine fundierte Bildungsidee vermitteln und die Verantwortung der Täter und Profiteure im Schatten der opferzentrierten Perspektive bleiben könnte. NDR ergänzt, dass das Projekt, das 1992 mit dem ersten Stein in Köln begann, mittlerweile über 90.000 Gedenksteine in Europa umfasst und sich kontinuierlich weiterentwickelt.