Lignano Sabbiadoro, ein beliebter Badeort an der Oberen Adria in Norditalien, bereitet sich auf einen Ansturm von Urlaubern zu Pfingsten vor. Jährlich besuchen zehntausende junge Menschen aus Deutschland und Österreich diesen Küstenort mit rund 7.000 Einwohnern. Nicht selten führt diese Vielzahl zu massiven Problemen, einschließlich Alkohol-Exzessen und Vandalismus. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden im kommenden Jahr strenge Maßnahmen eingeführt.

Die Stadtverwaltung hat richtungsweisende Regeln für Pfingsten 2025 beschlossen, um den Feierwütigen Grenzen zu setzen. Diese beinhalten unter anderem ein Verkaufsverbot von Alkohol in Geschäften ab Mitternacht sowie in Lokalen ab 3 Uhr. Zudem wird der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum verboten und der Verkauf von alkoholischen Getränken in Flaschen untersagt. Stattdessen dürfen Drinks nur in Pappbechern angeboten werden. Um die nächtliche Ruhe zu gewährleisten, gilt ein Badeverbot ab 20 Uhr, und die Strände sind von 1 Uhr bis 6 Uhr morgens gesperrt. Auch für Musik an öffentlichen Orten gelten Einschränkungen: Diese ist nur bis 1 Uhr in der Nacht erlaubt.

Erweiterte Maßnahmen und Sicherheit

Die Vorschriften von 2024 sollen in den kommenden Jahren erweitert werden, obwohl bereits jetzt weiterhin Exzesse und Partys festgestellt wurden. Neben der italienischen Polizei wird auch Unterstützung von Einsatzkräften aus Kärnten und Südtirol sowie einer Hundestaffel erwartet. Hoteliers und Vermieter von Ferienunterkünften sollen verstärkt in die Maßnahmen eingebunden werden, um Touristen über unerwünschtes Verhalten zu informieren.

Ein markantes Verbot betrifft den Verkauf von Melonen während der Pfingsttage, da diese oftmals als Behälter für alkoholische Getränke verwendet wurden. Ab dem 5. Mai 2024 wird zudem die Zurschaustellung von Bikinis und Boxershorts auf den Straßen von Lignano untersagt, in der Hoffnung, die öffentliche Ordnung zu wahren und Probleme im Hinblick auf Vandalismus zu minimieren.

Allgemeine Problematik des Massentourismus

Die Maßnahmen in Lignano sind Teil eines größeren Trends in Italien, wo viele Städte versuchen, den Massentourismus einzudämmen. Einheimische, die häufig unter den negativen Folgen der hohen Besucherzahlen leiden, unterstützen solche Regulierungen. In den letzten Jahren wurden in verschiedenen Städten, darunter Venedig und Rom, ähnliche Schritte unternommen, wie Eintrittsgebühren für Touristen und harte Strafen für Vandalismus. Überfüllte Straßen und ein erhöhter Bedarf an Wohnraum sind Probleme, die in vielen beliebten Reisezielen auftreten. Eine Umfrage ergab, dass mehr als 49% der Befragten Maßnahmen zur Begrenzung des Massentourismus befürworten.

In Lignano werden zu Pfingsten mehr als 80.000 Touristen, darunter etwa 20.000 aus Österreich, erwartet. Die Stadträtin Liliana Portello betont die Notwendigkeit, ausländischen Gästen klare Botschaften zu vermitteln, um die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern und nachhaltigen Tourismus zu fördern. Trotz der reizvollen Geographie und des angenehmen Klimas im Mai, der für viele Deutsche und Österreicher ein beliebter Reisemonat ist, stehen die lokalen Behörden vor der Herausforderung, das Gleichgewicht zwischen Tourismusförderung und Lebensqualität der Bürger zu finden.

Um den Anforderungen der zunehmenden Besucherzahlen gerecht zu werden, werden verstärkte Kontrollen und viele weitere Verbesserungen erwartet, darunter auch mehr Toiletten und Abfallbehälter. Die Reaktionen auf diese Regulierungen sind gemischt, da einige die Einschränkungen als notwendig erachten, während andere sie als übertrieben empfinden.

Der Tourismus bleibt eine zentrale Säule der italienischen Wirtschaft, von der viele abhängen. Doch der Stoff, aus dem die Träume gemacht werden, muss sorgfältig gewahrt und geregelt werden, um die Lebensqualität der Einheimischen und Gäste gleichermaßen zu sichern.

Weitere Details zu den Maßnahmen finden Sie in den Berichten von LN Online, Ruhr24 und fr.de.