Der Küstenschutz an der Ostsee steht in diesem Jahr im Fokus zahlreicher Bauprojekte, die insbesondere den Wellen- und Sturmflutschutz an den Stränden zwischen Rerik und Graal-Müritz stärken sollen. In Heiligendamm wird der Austausch von vier zerstörten Buhnen vorgenommen, wobei die Kosten für diese Maßnahme etwa 300.000 Euro betragen. Diese Buhnen, die zwischen 40 und 80 Meter in die Ostsee reichend, sind für die Minderung der Wellenkraft entscheidend. Im Bereich Graal-Müritz Ost sind weitere acht Buhnen in Planung, deren Bau sich über dieses und das kommende Jahr erstreckt, mit Kosten von ca. 500.000 Euro. Von 2025 bis 2027 sollen in Hohe Düne Ost insgesamt 32 Buhnen renoviert oder neu gebaut werden, was mit einem Budget von rund 3 Millionen Euro verbunden ist.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen beginnt in diesem Jahr ein Teilabschnitt des Sturmflutschutzes Rostock, der die Errichtung einer Hochwasserschutzwand bis 2027 vorsieht. Auch hier wird mit etwa 3 Millionen Euro gerechnet. Angesichts der hohen Kosten und der Notwendigkeit, den Küstenschutz effizient zu gestalten, sind Sandaufspülungen hingegen nicht geplant.

Buhnen und Umweltverträglichkeit

Im Kontext des Buhnenbaus gewinnen umweltpolitische Überlegungen zunehmend an Bedeutung. In Mecklenburg-Vorpommern wird der Einsatz von Tropenholz, das zur Untergrabung der Wälder in tropischen Regionen führt, aktiv abgelehnt. Stattdessen setzt man auf nachhaltige Materialien. Der Forest Stewardship Council (FSC) hat Standards entwickelt, die soziale und ökologische Kriterien für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft festlegen. Seit 1997 wird FSC-zertifiziertes Tropenholz für den Buhnenbau verwendet. Bis 2004 importierte Deutschland über 65.000 Rammpfähle aus Brasilien. Diese Praxis fördert auch die nachhaltige Nutzung von Waldressourcen in Entwicklungsländern und stärkt damit internationale Umweltbemühungen.

Die in Buhnensystemen eingesetzten FSC-zertifizierten Hölzer finden sich entlang der Küstenlinie von Kühlungsborn bis Zingst. In gefährdeten Bereichen sind sogar ausschließlich diese hochwertigen Hölzer vorgesehen, um die Integrität der Küstenschutzmaßnahmen zu gewährleisten. Bislang ist kein Teredo-Befall festgestellt worden, sodass die bisher errichteten Buhnen als funktionstüchtig gelten. Insgesamt flossen etwa 13 Millionen Euro in die Verwendung von FSC-zertifizierten Materialien wie Eukalyptus und anderen tropischen Holzarten.

Die Herausforderungen des Klimawandels

Der zunehmende Druck durch den Klimawandel erfordert flexible und nachhaltige Anpassungsstrategien im Küstenschutz. Bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte der Meeresspiegel um bis zu einem Meter steigen und das Risiko für Sturmfluten sowie deren Intensität signifikant erhöhen. Laut den Prognosen könnte in der Nordsee das Niveau bei extremen Sturmfluten sogar über die Werte der verheerenden Sturmflut von 1962 steigen. Vor diesem Hintergrund bekräftigt die Gesellschaft die Verantwortung für einen umfassenden Küstenschutz, der im deutschen Grundgesetz fest verankert ist.

Die beschlossenen Küstenschutzmaßnahmen umfassen eine Vielzahl von Strategien, darunter Deichbau und -erhöhung sowie den Einsatz von Wellenbrechern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um überschüssiges Wasser während von Sturmfluten abzuhalten und Flächen vor Überflutungen zu schützen. Der Bund beteiligt sich an der Planung und Finanzierung dieser essenziellen Projekte, welche die communities vor den Herausforderungen des wandlungsfreudigen Klimas schützen sollen.