Am 8. Januar 2025 wird das von der Bundesregierung verabschiedete Gebäudeenergiegesetz (GEG) zur zentralen Streitfrage in der gesellschaftlichen Debatte über die Energiewende. Das GEG soll die Verwendung klimafreundlicher Heizungen fördern. Ab 2028 werden alle neuen Heizungen in Deutschland verpflichtet, mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen. Dies würde einen grundlegenden Wandel in der Heiz-Technologie bedeuten, da derzeit rund drei Viertel der Heizungen in deutschen Haushalten noch auf fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl setzen. Das neue Gesetz zielt darauf ab, die Wärmewende voranzutreiben, um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu gestalten, und legt fest, dass ab 1. Januar 2024 in neuen Wohngebieten nur noch solche Heizungen installiert werden dürfen, die die Vorgaben erfüllen. Es ist jedoch zu beachten, dass für bestehende Gebäude und Neubauten in Baulücken längere Übergangsfristen gelten.

In der politischen Diskussion wird das Heizungsgesetz von Robert Habeck jedoch heftig kritisiert. Experten wie Prof. Dr. Hans-Werner Sinn bezeichnen die Abbaupläne des Gasnetzes als „Akt mutwilliger Zerstörung“, wobei er darauf hinweist, dass diese Infrastruktur mit immensem Aufwand und Entbehrungen von früheren Generationen geschaffen wurde. Sinn warnt vor den Folgen eines vollständigen Umstiegs auf elektrische Heizlösungen und mahnt die potenzielle Verwundbarkeit Deutschlands an. Er hebt hervor, dass der Verzicht auf internationale Brennstoffe, wie Erdgas oder Öl, keinen signifikanten Beitrag zur Verringerung des globalen CO₂-Ausstoßes leistet. Derzeit stammen etwa 50 Prozent der Energie aus Erdgas aus Wasserstoffverbrennung, was kein CO₂ freisetzt.

Kritik an der Energiepolitik

Die Kritik an der Energiepolitik in Berlin nimmt zu. Ansteigende Stromkosten, Strafzahlungen für die Automobilindustrie und die rückläufige Industrieproduktion werden als ernsthafte Probleme identifiziert. Trotz der ambitionierten Ziele, den Anteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung auf 80 Prozent bis 2030 zu erhöhen, wird der aktuelle Stand, mit 56 Prozent, von manchen als „ziemlich belanglos“ eingeschätzt. Tatsächlich liegt der Anteil von Wind- und Solarstrom am Primärenergieverbrauch bei etwa 7 Prozent, was deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Bundesregierung plant außerdem Fördermaßnahmen für den Heizungstausch. Ab dem 27. August 2024 können Eigentümer von Einfamilienhäusern Anträge auf Förderungen in Höhe von maximal 70 Prozent der Investitionskosten stellen. Die KfW hat in den ersten 100 Tagen ihrer Fördermaßnahmen bereits rund 34.000 Zuschüsse in Höhe von 507 Millionen Euro zugesagt. Das neue Gesetz sieht auch vor, dass Vermieter die Kosten für den Heizungstausch nicht auf die Miete umlegen dürfen, wenn sie die BEG-Förderung in Anspruch nehmen.

Aussichten für erneuerbare Energien

Insgesamt zeigt der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland Fortschritte, jedoch gibt es auch Herausforderungen. Laut den jüngsten Statistiken deckten erneuerbare Energien im Jahr 2023 bereits 21,6 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs, was einem Anstieg um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg auf 52,5 Prozent, was fast doppelt so hoch ist wie vor zehn Jahren. Besonders die Windenergie spielt hierbei eine entscheidende Rolle und übertrifft in ihrer Beitragsleistung sogar die Kohlekraftwerke.

Während das GEG und die damit verbundenen Maßnahmen die Weichen für eine klimafreundlichere Zukunft stellen sollen, bleibt die Skepsis von Fachleuten wie Prof. Sinn, der die Pläne als unrealistisch bezeichnet, bestehen. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen und der Notwendigkeit einer effektiven Energiewende bleibt es spannend, wie der politische Diskurs um die zukünftige Energiepolitik in Deutschland weiter verläuft.

Unser Mitteleuropa, Bundesregierung und Umweltbundesamt bieten weitere Informationen zu diesem Thema.