Die Automobilindustrie in Deutschland sieht sich zurzeit mit einer gravierenden Krise konfrontiert, die weitreichende Folgen für die Beschäftigten und Unternehmen hat. Ein bedeutendes Beispiel ist die ZF Friedrichshafen AG, ein führender Autozulieferer mit mehreren Standorten in Franken. Dieser plant bis Ende 2028 den Abbau von 14.000 Stellen, was die Unsicherheit und den Druck auf die Branche weiter verstärkt. InFranken berichtet, dass ZF im Jahr 2024 einen Netto-Verlust von über einer Milliarde Euro verzeichnete.
Eine der Hauptursachen für diese Sparmaßnahmen sind die hohen Schulden des Unternehmens, die sich insbesondere durch Rückstellungen für Umbaukosten auf etwa 600 Millionen Euro erhöhen. Der Konzern hat mit einem Umsatzrückgang von 11% zu kämpfen, wobei die Erlöse im Jahr 2024 auf lediglich 41,4 Milliarden Euro sanken. HNA berichtet zusätzlich, dass die Netto-Finanzverbindlichkeiten nun über 10 Milliarden Euro betragen.
Standorte und Beschäftigte
ZF hat in Deutschland allein rund 52.000 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt waren es zum Jahresende 2024 weltweit 161.631. Die sechs deutschen Standorte in Franken befinden sich in Schweinfurt, Bayreuth, Lohr am Main, Karlstein am Main, Aschaffenburg und Nürnberg. Am Standort Schweinfurt plant das Unternehmen sogar eine Arbeitszeitreduzierung. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten beobachtet ZF eine geringe Nachfrage, insbesondere im Bereich der E-Autos.InFranken hebt hervor, dass ZF als einer der größten Automobilzulieferer weltweit agiert und produkt- sowie softwaretechnische Lösungen anbietet.
Besonders brisant sind die Gerüchte über den möglichen Verkauf der Kernsparte E-Division, die elektrifizierte Antriebstechnologien umfasst und für etwa 25% des Konzernumsatzes verantwortlich ist. Auto Motor und Sport berichtet, dass die Unsicherheit hier zusätzlichen Druck auf die Beschäftigten ausübt.
Blick auf die Branche
Die Gesamtlage in der Automobilindustrie ist angespannt. Laut Daten des Ifo-Instituts hat sich die Stimmung auf einem Tiefstand eingependelt, was den allgemeinen Pessimismus der Unternehmen bezüglich der kommenden Monate widerspiegelt. Im Vergleich zur Vorjahreslage verbuchen nicht nur ZF, sondern auch andere Hersteller wie Ford, die 4.000 Stellen abbauen, oder Bosch, die 5.500 Jobs streichen wollen, Rückgänge. In den Berichten von Auto Motor und Sport wird auch auf zahlreiche Umstrukturierungen und die Unsicherheit in der Branche hingewiesen.
Der Ausblick für 2025 bleibt verhalten, da ZF mit einer Umsatzprognose von über 40 Milliarden Euro rechnet, allerdings unter der Bedingung stabiler Wechselkurse. Die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Branche werfen immer wieder Fragen auf, wie das Unternehmen möglicherweise seine Verbindlichkeiten reduzieren und sich auf die Zukunft vorbereiten kann.