Die Kriminalität im Rhein-Erft-Kreis hat im Jahr 2024 einen Rückgang von 4,91 Prozent verzeichnet und damit die Gesamtzahl der Straftaten auf 31.276 Fälle gesenkt. Im Vergleich dazu gab es 2023 noch 32.891 Meldungen und 2022 waren es sogar 34.592. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen, wo die Fallzahlen nur um 1 Prozent gesenkt werden konnten, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

Besonders positiv hervorzuheben ist die hohe Aufklärungsquote bei schweren Verbrechen. Straftaten gegen das Leben konnten mit einer Quote von 100 % aufgeklärt werden, während bei Sexualdelikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung die Quote bei 81,87 % lag, was eine Abnahme im Vergleich zu 2023 bedeutet. Die Anzahl der angezeigten Fälle ist von 609 auf 546 gesunken. Eine bemerkenswerte Entwicklung ist der signifikante Rückgang bei Raubdelikten und Rauschgiftdelikten, wobei letzteres von 1.581 Fällen im Jahr 2023 auf nur 887 im Jahr 2024 fiel.

Jugendkriminalität und Prävention

Trotz des allgemeinen Rückgangs gab es jedoch einen Anstieg der Tatverdächtigen unter 14 Jahren, mit 496 Fällen im Jahr 2024 im Vergleich zu 502 im Vorjahr. In Bedburg, einer der Städte im Rhein-Erft-Kreis, kam es sogar zu einem Anstieg der Kriminalität um 8,95 %, was vor allem durch Sachbeschädigungen durch Jugendliche bedingt ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu verstärken und die örtliche Gemeinschaft in die Strategien zur Bekämpfung von Jugendkriminalität einzubeziehen, wie auch von Living Quarter betont wird.

Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) in Deutschland verfolgt das Ziel einer erzieherischen Maßnahme anstelle von Bestrafung. Es gilt für Jugendliche und Heranwachsende und ermöglicht individuelle Lösungen, die auf die sozioökonomischen und familiären Hintergründe der jungen Menschen eingehen. Präventionsprogramme, die häufig auch Schulprojekte beinhalten, fördern soziale Kompetenzen und bieten Unterstützungsressourcen für gefährdete Gruppen an.

Unterstützung für Betroffene

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen, die oft das Ziel von Online-Ausbeutung werden. Der National Center for Missing & Exploited Children bietet Unterstützung für betroffene Familien und ermutigt, sich an vertrauenswürdige Erwachsene zu wenden. Digitale Präventionsarbeit wird immer wichtiger, um Kinder vor den Gefahren des Internets zu schützen, insbesondere vor Cybermobbing und Online-Betrug.

Anhand dieser Entwicklungen im Rhein-Erft-Kreis wird deutlich, dass trotz des Rückgangs von Kriminalität konstante Anstrengungen nötig sind, um den Bedürfnissen der Bevölkerung zu begegnen und insbesondere Jugendkriminalität sowie das Wohlergehen junger Menschen in den Fokus zu rücken. Die Kombination aus Aufklärung, Unterstützung und präventiven Maßnahmen könnte entscheidend für eine positive Entwicklung in der Region sein.