Die Mobilität im ländlichen Raum rückt zunehmend in den Fokus der politischen Bemühungen in Deutschland. Ein Beispiel dafür ist die Förderung des Ausbaus der Kreisstraße K 1, die vom Land Rheinland-Pfalz mit etwa 3 Millionen Euro unterstützt wird. Der Förderbescheid wurde von Staatssekretärin Dick-Walther übergeben. Die K 1 verbindet die Gemeinden Höchstberg und Kötterichen mit dem übergeordneten Straßennetz und der Autobahn A 48. Angesichts des beachtlichen Verkehrsaufkommens von durchschnittlich 1.400 Fahrzeugen pro Tag, darunter etwa 75 Schwerlastfahrzeuge, ist der Zustand der Straße stark beeinträchtigt. Risse und ausgefahrene Fahrbahnränder beeinträchtigen die Verkehrssicherheit und verlangen nach umfassenden Sanierungsmaßnahmen, um die Infrastruktur zu modernisieren und die regionale Entwicklung zu fördern.
Zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen zählen die Erneuerung des Fahrbahnaufbaus auf einer Strecke von circa 3,3 Kilometern, die Sanierung der Entwässerungseinrichtungen sowie spezielle Schutzmaßnahmen im Wasserschutzgebiet. Darüber hinaus wird der Kreuzungsbereich mit der Bahnstrecke einem Vollausbau unterzogen, was die Anpassung der Fahrbahnbreite auf durchgehend 6,0 Meter notwendig macht. Diese Maßnahmen treten nicht nur als bedeutender Beitrag zur Verkehrssicherheit auf, sondern sichern auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), was in ländlichen Gebieten von großer Bedeutung ist. Das Land Rheinland-Pfalz investiert jährlich mehr als 30 Millionen Euro in den Ausbau kommunaler Straßeninfrastruktur.
Sanierungsprojekte im Rhein-Sieg-Kreis
Ähnlich wie in Rheinland-Pfalz wurde im Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2024 die Sanierung von rund 6,5 Kilometern Kreisstraßen erfolgreich abgeschlossen. Diese Maßnahmen umfassten sowohl die Qualitätssicherung der Straßen als auch die Beseitigung von Fahrbahnabsackungen, die durch Starkregenereignisse verursacht wurden. Risse im Asphalt von bis zu 4 cm Breite und tiefe Einschnitte waren die Folge dieser Naturereignisse. Das Instandsetzungsprogramm dient besonders der Verkehrssicherheit und dem langfristigen Erhalt der Kreisstraßen.
Zusätzlich zu diesen allgemeinen Sanierungsmaßnahmen wurden auch spezifische Erneuerungen an der K 50 und K 27 vorgenommen. Hierzu zählten unter anderem die Erneuerung von Durchlassbauwerken sowie der Bau eines neuen Radweges. Diese Entwicklungen werden durch die Stabsstelle Kreisstraßenbau koordiniert, die auch Genehmigungen für Schwertransporte und die Verlegung von Kabeln an den Kreisstraßen bearbeitet.
Mobilität in ländlichen Räumen
Die Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen hat auch eine europäische Dimension. Ein Forschungsprojekt, das in 29 europäischen Ländern durchgeführt wird, analysiert nationale Ansätze zur Verbesserung der Mobilität und identifiziert Erfolgsfaktoren, die auf Deutschland übertragbar sein könnten. Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, da flächendeckende ÖPNV-Angebote in ländlichen Gebieten häufig aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und der disperse Siedlungsstrukturen wirtschaftlich nicht tragbar sind. Es wird erkannt, dass eine gute Verkehrsinfrastruktur eine wesentliche Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten ist.
Die Herausforderungen der ländlichen Mobilität haben auch internationale Aufmerksamkeit erregt, was die Notwendigkeit innovativer Ansätze zur Förderung der Mobilität in diesen Gebieten unterstreicht. Das Projekt MobiLR zielt darauf ab, konkrete Handlungsempfehlungen für die deutsche Mobilitätspolitik zu formulieren, die auf den Identifikationen aller Verwaltungsebenen basieren und somit die Mobilitätsangebote in ländlichen Regionen nachhaltig stärken sollen.