Am 14. Januar 2025 wird deutlich, dass seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 erhebliche Trends in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen und die Rolle von Impfungen sichtbar geworden sind. Die Pandemie offenbarte sich anfangs ohne signifikante Auswirkungen, da 2020 ein durchschnittliches Jahr ohne Überlastung der Intensivstationen, erhöhten Krankenstand oder Übersterblichkeit war. Erst mit der Covid-Impfkampagne, die 2021 einsetzte, und den damit verbundenen Herausforderungen zeigte sich ein Anstieg an Krankmeldungen. Trotz anfänglichem Mangel an Impfstoffen wurde die Impfnötigung vorangetrieben, jedoch verlief die Impfkampagne schleppend.
Die ersten Anzeichen eines Anstiegs der Krankmeldungen wurden bereits 2022 festgestellt. Insbesondere die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) am 1. Januar 2023 konnte nicht als Erklärung für diesen Anstieg herangezogen werden. Eine umfassende Analyse der Krankheits- und Todesfälle in Verbindung mit Impfstatus fehlt, während in den USA mitunter die gesundheitlichen Daten ungeimpfter Gemeinschaften keinen negativen Einfluss auf deren Gesundheitszustand zeigten. Dies wirft Fragen zur Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen auf, da auch Stimmen laut werden, die von einem Anstieg von Krankheitsfällen durch Impfungen sprechen.
Wirkung der COVID-19-Impfungen
Im Gegensatz zu den kritischen Stimmen zeigt ein Bericht der WHO, dass die COVID-19-Impfungen seit Dezember 2020 einen signifikanten Einfluss auf die Reduzierung pandemiebedingter Todesfälle in der europäischen Region hatten. Diese Impfungen haben nach Schätzungen mehr als 1,4 Millionen Leben gerettet, vor allem bei Personen über 60 Jahren. Ohne die Impfprogramme hätte die Zahl der COVID-19 bedingten Todesfälle in der Region, die aktuell bei 2,5 Millionen liegt, möglicherweise 4 Millionen überschritten.
Die Wirksamkeit der Impfungen zeigt sich besonders in älteren Altersgruppen, wo die Sterblichkeit laut WHO-Analysen um bis zu 62 % gesenkt werden konnte. Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, hebt hervor, dass der Erfolg vor allem in den Ländern zu verzeichnen ist, die frühzeitig ihre Impfprogramme starteten, wie Israel und Malta, wo die Sterblichkeit um 75 % bzw. 72 % gesenkt wurde.
Internationale Datenanalyse und weitere Erkenntnisse
Um ein umfassendes Bild über die Pandemie zu erhalten, ist ein Projekt des RKI ins Leben gerufen worden. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Generierung und Analyse internationaler epidemiologischer Daten zu verbessern, um politische Entscheidungsträger in Deutschland mit relevanten Informationen zu versorgen. Die Unsicherheit über die Wirksamkeit verschiedener Gesundheitsschutzmaßnahmen erfordert eine ständige Analyse und Verbesserung der Evidenzbasis.
Aktuelle Berichte aus dem Projekt informieren über die Lage in Ländern mit aufschlussreichen Daten und Entscheidungshilfen zur Eindämmung der Pandemie. Betrachtet man die saisonalen Veränderungen während des Winters, zeigt sich, dass die Infektionszahlen nicht nur bei COVID-19, sondern auch bei anderen Atemwegserkrankungen ansteigen. Während die Gesellschaft langsam lernt, mit dem Virus zu leben, bleibt die Frage der Ursachen für die hohen Krankheitszahlen weiterhin ein Diskussionsthema.
Insgesamt verdeutlichen die unterschiedlichen Perspektiven, dass die Diskussion um Impfung und Gesundheit in der Gesellschaft weiterhin kontrovers bleibt und auch in Zukunft wichtige politische und gesellschaftliche Fragen aufwirft.