In Deutschland wurde das Jahr 2025 mit einem großen Feuerwerk begrüßt. Doch die Silvesternacht war nicht nur von festlichen Feierlichkeiten geprägt, sondern auch von Sorgen über Gewalt und Unfälle. Während die Polizei in Köln eine positive Bilanz zog, berichteten andere Städte von schwerwiegenden Vorfällen.

In Köln wird eine vorläufige Kriminalitätsbilanz präsentiert, die bis zum 6. Januar 320 Strafanzeigen verzeichnet. Ein Großteil dieser Anzeigen, etwa 130, entfallen auf die Altstadt und beliebte Feierzonen. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr: 2022/2023 wurden noch 437 Straftaten registriert, die Zahl sank auf 388 in 2023/2024 und auf 130 in der aktuellen Bilanz. Die Polizeibehörden sprechen von einer „rückläufigen Tendenz“ und betonen, dass die Zahlen im „silvestertypischen Rahmen“ liegen, auch wenn es in der Silvesternacht Angriffe auf Einsatzkräfte gab, bei denen drei Polizisten verletzt wurden. Nachdem in der Vorjahresnacht 165 Straftaten in den Feierzonen erfasst wurden, war diese Zahl 2024/2025 auf 130 gesunken, was einen ermutigenden Trend darstellt. Zudem wurden 43 Tatverdächtige ermittelt, die noch immer untersucht werden müssen.

Überregionale Vorfälle und Herausforderungen

Doch das Bild in anderen Städten war häufig weniger erfreulich. Mindestens fünf Menschen kamen durch Böllerunfälle und Angriffe auf Einsatzkräfte ums Leben. Besonders in Berlin wurden 400 Personen festgenommen, und 37 Polizisten sowie ein Feuerwehrmann erlitten Verletzungen. Ein Polizist wurde schwer durch einen illegalen Feuerwerkskörper verletzt. In einem Wohnungskomplex in Schöneberg wurden fünf Personen teils schwer verwundet, während 36 Wohnungen aufgrund der Zündung unerlaubter Kugelbomben unbewohnbar wurden.

Die Berliner Feuerwehr hatte in der Silvesternacht zwischen 19 Uhr und 6 Uhr insgesamt 1.892 Einsätze zu verzeichnen. Dies stellt einen Anstieg von 294 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr dar. Auch in Hamburg und München ereigneten sich Vorfälle, die das Bild trübten. In München beispielsweise wurden 710 Einsätze gemeldet, darunter 110 wegen Feuerwerk und 70 wegen Bränden; hier wurden ebenfalls fünf Polizeibeamte verletzt.

Reaktionen und Forderungen nach Verschärfungen

Vor dem Hintergrund dieser Vorfälle gibt es eine Diskussion über mögliche Konsequenzen, darunter ein Böllerverbot. Der Bundesverband für Pyrotechnik wies solche Forderungen jedoch zurück. Er argumentiert, dass vom Gesetzgeber genehmigte Feuerwerkskörper bei sachgerechter Verwendung keine schweren Verletzungen oder Todesfälle verursachen dürften. Vielmehr seien selbstgebaute Böller und illegales Feuerwerk für die Vorfälle verantwortlich, die auch in einem offenen Brief architektonisch von 30 Organisationen, darunter die Bundesärztekammer und die Gewerkschaft der Polizei, klar angesprochen wurden.

Bundesinnenministerin Faeser kündigte unterdessen an, dass Angriffe auf Einsatzkräfte konsequent bestraft werden sollen. Während die Deutliche Umwelthilfe von einer „katastrophalen Bilanz“ spricht und ein Verbot des Verkaufs von Pyrotechnik fordert, bleibt das Bundesinnenministerium bei der Einschätzung, dass ein Totalverbot nicht verhältnismäßig sei. Nichtsdestotrotz konstatiert die Umwelthilfe, dass der Jahreswechsel für viele Menschen zu einer „Nacht des Grauens“ geworden sei, da zahlreiche Hospitalisierungen von Verletzten, oftmals Kinder, aufgrund von Feuerwerksunfällen registriert wurden.

Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild zum Jahreswechsel 2025. Während Köln eine recht positive Bilanz ziehen kann, trafen andere Städte auf erhebliche Herausforderungen, die die Debatte über den Umgang mit Feuerwerk und die Sicherheit während der Festlichkeiten neu entfachen könnten.

Für eine umfassende Berichterstattung zu den Ereignissen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft können die Artikel von Kölnischer Stadt-Anzeiger, Deutschlandfunk und Tagesschau aufgerufen werden.